Energiewende noch weit entfernt

Wie eine Studie des Instituts für Ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) ergeben hat, investieren die großen Energieversorger Eon, RWE, Vattenfall und EnBW nach wie vor nur verhältnismäßig wenig in erneuerbare Energien. So liefern die Konzerne insgesamt zwar rund 68 Prozent des hier erzeugten Stroms, davon stammen allerdings lediglich 3,9 Prozent aus regenerativen Energien. Der Löwenanteil der grünen Energien wird von Regionalversorgern, Privathaushalten, Bürgerwindparks und Stadtwerken erzeugt. Die Studie wurde am Dienstag von der Umweltorganisation Greenpeace vorgestellt.

Mit den fehlenden Investitionen blockieren die Energieriesen die Energiewende erheblich. Greenpeace-Energieexperte Karsten Smid meinte dazu: „Ob nun aus Gründen der Machterhaltung oder weil sie einfach nicht an den Umschwung glauben wollen: So blockieren die vier Großkonzerne den Umstieg Deutschlands in eine sichere, saubere und klimafreundliche Zukunft.“ Smid sagte außerdem, dass die Gesellschaft „finanzstarke Großunternehmen, die mutig in Zukunftstechnologien investieren“ brauche. Er meinte weiter: „Die vier Stromriesen müssen das sinkende Schiff der Atom- und Kohleversorgung verlassen und mit ins Boot der Energiewende kommen.“

Momentan sieht es dahingehend allerdings alles andere als gut aus. So hat RWE in den nächsten Jahren etwa lediglich 20 Prozent seiner Investitionen für erneuerbare Energien vorgesehen. Bei Eon sind es sogar nur 13 Prozent. Legt man diese Zahlen zugrunde, dann erscheint der von der Bundesregierung angestrebte Anteil der regenerativen Energien bis 2020 von 35 Prozent als illusorisch.

Es sollte allerdings mit bedacht werden, dass die Studie vor der Katastrophe bei dem japanischen Atomkraftwerk Fukushima stattgefunden hat und damit wohl nur bedingt aussagekräftig ist. Es ist durchaus möglich, dass mittlerweile ein Umdenken bei den großen Energiekonzernen stattgefunden hat.

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