Eon und RWE machen Rückzieher beim AKW Bau in Großbritannien

Die Energiewende und die Wirtschaftskrise haben den großen Energiekonzernen in Deutschland ganz schön zu schaffen gemacht. Dies hat nun zur Folge, dass sich die zwei marktführenden Unternehmen Eon und RWE aus der Investition in neue Kraftwerke in Großbritannien zurückziehen müssen.

Die Entscheidung kommt eher weniger überraschend, denn bereits in den vergangenen Monaten hatten sich Sprecher der zwei Konzerne immer skeptischer dem britischen Projekt gegenüber gezeigt. Es wurden zwar schon hohe Beträge investiert, doch die Unternehmen sehen in der Investition keine Zukunft mehr.

Für den Bau neuer Meiler auf den britischen Inseln war ein gemeinsames Konsortium unter dem Namen Horizon Nuclear Power gegründet worden, das nun allerdings verkauft werden soll. Das Projekt habe einfach zu hohe Kosten verursacht, gaben die zwei Konzerne bekannt. Noch 2009 hatten sie sich auf den Entschluss festgelegt, beim Bau von neuen Atomkraftwerken unterstützend mitzuwirken, doch zu diesem Zeitpunkt konnte schließlich noch niemand mit der verfrühten Energiewende im eigenen Land rechnen.

Nachdem einige äußerst gewinnbringende Atomkraftwerke in Deutschland im vergangenen Jahr abgeschaltet wurden, mussten sich die Unternehmen eingestehen, dass das Geld nicht mehr reicht, um auch noch Projekte im Ausland zu unterstützen.

Der britische Energieminister Charles Hendry reagierte enttäuscht auf den Rückzug der zwei Energieriesen. Bis 2025 sollte Horizon neue Kraftwerke mit einer Leistung von etwa 6000 Megawatt errichten, was bis zu 15 Milliarden Pfund kosten würde, aber auch rund 800 dauerhafte Jobs schaffen würde.

Der Bau alleine würde um die 5000 Menschen beschäftigen. Dennoch werden die deutschen Unternehmen ihre Entscheidung nicht rückgängig machen, so wie es momentan aussieht. Kapitalintensive Investitionen seien seit der Wirtschaftskrise nicht mehr so einfach zu stemmen, so RWE. Stattdessen will man sich von nun an auf andere Großprojekte konzentrieren, wie beispielsweise den Bau von Windparks und Biomasseanlagen.

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