Europa: Endloser Energiepreiswachstum?

Deutschland nimmt wiederholt eine Vorreiterrolle in Europa ein. Diesmal allerdings nicht im positiven Sinne. Die Bundesrepublik hat nach Angaben des Internationalen Wirtschaftsforum Regenerative Energien die dritthöchsten Strompreise innerhalb der EU. Mit 26,8 Cent pro Kilowattstunde im zweiten Halbjahr 2012 folgt Deutschland damit auf Dänemark mit 29,7 Cent pro Kilowattstunde und Zypern mit durchschnittlich 29,1 Cent pro Kilowattstunde. Überraschend ist Zyperns Platzierung. Diese lässt sich allerdings durch den enormen Preisanstieg im Zuge der Schuldenkrise erklären. Das Land hat einen Strompreisanstieg von 21 Prozent im Vergleich zum zweiten Halbjahr 2011 erfahren.

Börsenpreise fallen aber Stromverbraucherpreise nicht?

Kurios ist, dass im gleichen Zeitraum die Börsenpreise für deutschen Strom an den Großhandelsmärkten, wie der European Energy Exchange in Leipzig unter die Grenze von 4 Cent pro Kilowattstunde gefallen sind. Die Verbraucher können davon allerdings nicht profitieren, da die Erzeuger diesen Preisverfall nicht an die Haushalte weitergeben. Im Gegenteil, sinkende Börsenpreise führen zu einer erhöhten EEG – Umlage, welche bekanntlich den Strompreis für den Endverbraucher stark mit bestimmt. Im Jahr 2012 lag daher der durchschnittliche Anteil der EEG – Umlage am Stromverbraucherpreis bei 3,6 Cent pro Kilowattstunde. Zusätzlich kommen noch Steuern, und die Netznutzungsgebühren hinzu. Sodass letztendlich der Preis für die Stromgestehung von 4 Cent pro Kilowattstunde auf einen Stromverbraucherpreis von 26,8 Cent pro Kilowattstunde anwächst.

Schweden hingegen mit Rekordrückgang bei den Strompreisen

Anders als in Deutschland sank der schwedische Strompreis im Vergleichszeitraum um 5 Prozent. Wie ist das möglich? Schweden ist das Land mit den höchsten Raten an erneuerbaren Energieträgern am Endenergieverbrauch, sowie den höchsten Ausbauquoten. Dabei erfolgt die schwedische Stromproduktion, aus geografischen Gründen vor allem durch Wasserkraft. Bei dieser Art der Energieerzeugung fallen Brennstoffkosten und Kosten für Emissionszertifikate weg. Dies drückt den Preis für die Stromerzeugung mächtig nach unten. Laut Internationaler Energieagentur hat sich Schwedens Strommarkt seit der Liberalisierung vorbildlich entwickelt. Auch für Deutschland ein Musterbeispiel.

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