Europäische Energiepolitik: Fehlendes Wirtschaftswachstum durch hohe Energiepreise?

Laut Berichten der Süddeutschen Zeitung plant die Europäische Union eine Wende in der bisherigen Energiepolitik. Dadurch wird vor allem Forderungen der industriellen Lobby nachgegeben. Schon seit geraumer Zeit beklagen Industriekonzerne, dass es in Europa schwer ist angemessene Gewinne zu generieren da die Energiepreise, insbesondere die Strompreise, zu hoch wären.  Im Vergleich zu den USA würden internationale Konzerne in Europa gut dreimal so viel bezahlen müssen.

Reiner Lobbyismus?

Schlagkräftigstes Argument der Industriekonzerne ist der Kausalzusammenhang zwischen Energiepreisen, Gewinnrenditen, Wirtschaftswachstum und Arbeitsmarkt. So führen die hohen Energiepreisen zu verminderten Gewinnen und geringeren Wirtschaftswachstum im Vergleich zu außereuropäischen Märkten. Resultat sind Entlassungen und eine steigende Arbeitslosigkeit in den europäischen Binnenmärkten. Auch privat führen die steigenden Energiepreisen schon seit geraumer Zeit für Unmut bei den Haushalten. Von reiner Lobbyarbeit der Konzerne kann daher nicht gesprochen werden.

Erneuerbare Energien als Knackpunkt

Um diesem Problem entgegen zu wirken plant die EU vor allem eine Neuausrichtung der Förderpolitik. Der Zertifikate Handel zur Stärkung der regenerativen Energiequellen soll eingeschränkt werden und zukünftig sollen auch andere Energieformen in die Förderung integriert werden. Damit will man die Ungleichgewichte auf den Spotmärkten ausgleichen und wieder stabilere und marktkonformere Preise erzeugen.

Kritik aus Richtung der Grünen

Kritik regt sich insbesondere in den Reihen grüner EU Politiker. Sie sehen in der Neuausrichtung der europäischen Energiepolitik einen drastischen Rückschritt. Kritisiert wird allen voran der Fokus auf billige Energie und die Vernachlässigung von Nachhaltigkeit und umweltschonender Energieerzeugung. Weiterhin gehen die Kritiker davon aus, dass die privaten Haushalte wieder die Zeche zahlen müssen. So könnte ein Ausbau des Netzes bei gleichzeitiger Senkung der Energiepreise für Unternehmen zu einer Kostenumwälzung der Netzausbaukosten auf die privaten Haushalte führen. Für die privaten Verbraucher würde sich dadurch nichts ändern, im Gegenteil es müsste mitunter sogar draufgezahlt werden.

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