Europäisches Parlament bittet um gemeinsame Zielsetzung

Erneuerbare Energien sollen für Europa die Stromversorgung der Zukunft werden. Bis zum Jahr 2020 sollen dank einer EU Richtlinie allein 35 Prozent des Stroms aus Windkraft oder Solarenergie gewonnen werden. Nun fordert das Europäische Parlament, dass auch bis zum Jahr 2030 verbindliche Ziele für erneuerbare Energien gesteckt werden.

Bereits vor zwei Tagen stimmte man im Europäischen Parlament zum ersten Mal über eine Festlegung ab, was zugunsten dieser ausfiel. Stephane Bourgeois, Head of Regulatory Affairs der European Wind Energy Association (EWEA) gab bekannt, dass diese Abstimmung eine starke Botschaft an den Europäischen Rat darstellt und bestimmen soll, wie dieser die Energy Roadmap für 2050 festlegt.

Man erwartet, dass sich die Minister bald auf gemeinsame Ziele einigen können, da sich diese als wirksam erweisen können, so Bourgeois. Die Sicherheit der Energieversorgung für die europäische Industrie könnte so erhöht werden. Des Weiteren sei es ein Sieg im Kampf gegen den Klimawandel. Bisher hatten sich noch manche Länder gegen einen festen Entschluss gestellt, wie und ob sie die erneuerbaren Energien in Zukunft unterstützen würden. So reagierte beispielsweise Polen relativ abweisend dem Thema gegenüber. Ein Großteil des Stroms in Polen wird aus besonders umweltschädigenden Braunkohlekraftwerken gewonnen und deshalb sträubt sich das Land, zu viele von diesen abzuschalten und andere Energiebranchen zu unterstützen.

Auch Großbritannien und Frankreich, zwei der größten Atomnationen, sträuben sich gegen Maßnahmen wie einen Atomausstieg. Erneuerbare Energien könnten die Atomkraft niemals vollständig ersetzen, so Frankreichs Präsident Sarkozy. Großbritanniens Premier Cameron drohte sogar damit, zu versuchen, weitere EU Richtlinien zu kippen, um weiterhin Atomkraftwerke bauen zu können. Nach einer gemeinsamen Zielsetzung muss man deswegen in Europa vielleicht noch lange suchen.

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