Fehlende Akzeptanz bei den Bürgern

Die Netzbetreiber Deutschlands, die einen großen Anteil der Energiewende mit dem Ausbau der Stromnetze tragen, melden sich in diesen Tagen vermehrt zur derzeitigen Lage zu Wort. Bereits in den vergangenen Tagen hatten sie genauere Zahlen bekannt gegeben, so dass langsam eine Vorstellung davon entstehen kann, wie viel bereits Teile der Energiewende kosten werden. Für den Ausbau und die Modernisierung der Trassen in Deutschland wird man ungefähr 30 Milliarden Euro ausgeben. Hinzu kommen 20 Milliarden für Investitionen in Überlandleitungen.

Der finanzielle Aspekt sei jedoch weniger problematisch, meldeten die Betreiber sich nun weiter zu Wort. Viel wichtiger sei die Akzeptanz in der Bevölkerung. Immer wieder regt sich Widerstand unter den Bürgern, die verhindern wollen, dass neue Stromtrassen direkt vor ihre Haustüren gesetzt werden. Viele fordern auch, dass diese zumindest unter der Erde verlegt werden, doch eine solche Alternative wäre sehr viel kostenintensiver als der Bau von Stromleitungen über der Erde.

Bürgerinitiativen formen sich immer wieder in den Landkreisen und Kommunen und bringen damit den Ausbau der Netze zum Stocken. Die Betreiber hoffen auf die Akzeptanz in der Bevölkerung, mahnen die Bürger jedoch auch, sich verständnisvoll zu zeigen. Persönliche Interessen müssten halt bei einem solch großen und wichtigen Projekt zurück stecken. Nicht nur bei Privatpersonen regt sich der Widerstand sondern auch im Bauernverband. Dieser fordert höhere Entschädigungen dafür, dass teils massive Eingriffe in das landwirtschaftliche Gebiet vorgenommen werden müssen. Hier zeigen die Netzbetreiber wenig Verständnis. Notfalls müsste der Ausbau juristisch durchgesetzt werden. Zehnjährige Genehmigungsverfahren wie in der Vergangenheit dürfe es bei der derzeitigen Lage einfach nicht mehr geben.

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