Fördert das neue EEG heimlich die konventionelle Energieerzeugung?

Die endgültige Abstimmung über das Energieprogramm von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) rückt immer näher. Schon im April will der Bundestag über den Entwurf abstimmen, Gabriels Zeitplan sieht vor das Gesetz mit dem 1. August 2014 in Kraft treten zu lassen. Entsprechend mehren sich wissenschaftliche Untersuchungen die das Konzept des Vizekanzlers auf seine Auswirkungen auf den bestehenden Energiemarkt untersuchen. Radikal wird der Bruch mit dem aktuellen Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG), soviel lässt sich sagen. Gabriel will mehr Direktvermarktung und weniger Förderung, das große Ziel ist die Marktintegration der erneuerbaren Energien und damit die Stabilisierung des Versorgungssystems. So weit, so gut. Kritiker bemängeln allerdings, dass das Energiekonzept heimlich die Stromerzeugung aus Atom- und Kohlekraft fördert.

IZES Studie warnt vor zu viel Direktvermarktung

Eine jüngst veröffentlichte Studie des Instituts für Zukunftsenergie-Systeme (IZES) im Auftrag der Umweltschutzorganisation Greenpeace warnt vor Gabriels Plänen und prognostiziert negative Auswirkungen für den Ausbau der regenerativen Energien. So sehen die Pläne des Bundeswirtschaftsministeriums auch vor, zukünftig mehr große Windräder mit kleinen Generatoren zu errichten. Diese erzeugen zwar weniger Strom, diesen aber auch schon wenn nur eine kleine Brise weht. Als Effekt wünscht man sich schließlich, dass diese Schwachwindanlagen via Direktvermarktung teuren Strom an der Börse verkaufen können. Die IZES Studie hat diese Annahme untersucht und kommt zu dem Ergebnis, dass Schwachwindanlagen mehr Risiko bergen und nicht per se von einem Mehrertrag an der Börse ausgegangen werden kann. Risikoärmer ist laut IZES Studie, die Strategie wie sie bisher verfolgt wurde, nämlich die Kilowattstunden zu maximieren und nicht auf Mehrerträge im Zuge höherer Preisdifferenzen zu hoffen. Auch die Präsidentin des Bundesverbands Windenergie, Sylvia Pilarsky-Grosch, sieht keinen besonderen Nutzen in einem Direktvermarktungszwang wie ihn Sigmar Gabriel bis 2017 gern einführen möchte. Letztlich ist auch heute schon die Direktvermarktung möglich, allerdings um einiges weniger radikal gewollt, als die Pläne es vorsehen.

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