Forscher lassen ihre Fantasie spielen

Die Energiewende in Deutschland hat bei Forschern und Entwicklern eine große Fantasie-Euphorie ausgelöst, die diese nun mit einem wirklichen Ziel vor Augen ausleben können. Seit es hierzulande darum geht, die erneuerbaren Energien so schnell wie möglich auszubauen und an die Spitze des Marktes zu bringen, finden sich immer wieder neue tollkühne Ideen von Erfindern, die so meinen, die richtige Möglichkeit gefunden zu haben, ohne CO2 Ausstoß das Land mit Energie zu versorgen. Die Hannover Messe 2012, die Mitte April in der Landeshauptstadt von Niedersachsen stattfand, bildet genau die richtige Plattform, um die verrücktesten und dann wiederum vielleicht auch gar nicht so unrealistischen Ideen der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Eine der Visionen stammt von einem Luft- und Raumfahrtingenieur und hat schon jetzt ihren Spitznamen weg: das Drachenkraftwerk. Die Umsetzung der Idee stellt ein paar am Himmel kreisende Drachen dar, die ein Schienenfahrzeug am Boden antreiben, das über eine Schnur einen Generator betätigt. Dieser erzeugt dann den Ökostrom. Wind spielt bei den erneuerbaren Energien schließlich eine große Rolle und was eine Windmühle kann, das kann ein Drachen verbunden mit einem Fahrzeug am Boden doch wahrscheinlich auch. Die meisten Investoren bevorzugen heutzutage den Bau von Windkraftanlagen auf hoher See. Der Ideengeber der Drachenkraftwerke, Uwe Ahrens, hat sich aber gedacht, wer braucht schon das Meer? In ganz Deutschland herrschen gute Windbedingungen, wenn man nur die richtigen Höhen erreicht. So sollen seine Drachen auf eine Höhe von 500 Metern ansteigen und von dort aus das Schienenfahrzeug antreiben.

Wenn seine Idee aufgeht, könnten die um die 160 Quadratmeter großen Drachen an etwa 330 Tagen im Jahr in der Luft Strom produzieren. Damit wäre eine solche Anlage fast genauso zuverlässig wie ein Atomkraftwerk. Eine Teststrecke gibt es bereits in Brandenburg und der BMW Konzern hat sogar schon Pläne für den Bau eines Drachenkraftwerks neben seinem Werk in Leipzig. Sieht so aus, als könnte die Drachenidee tatsächlich ein wichtiger Schritt für die Energiewende sein.

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