Fragwürdige Übungen der US Marine bringen Giftstoffe ins Meer

Die US Marine hat ihre eigenen Methoden, um alte Kriegsschiffe loszuwerden und gleichzeitig dabei den eigenen Nachwuchs zu trainieren. Zu diesem Zweck fährt man raus auf das offene Meer und beschießt die alten Schiffe so lange mit Granaten, Raketen und Bomben, bis diese untergehen.

Laut Angaben der US Marine liegen vor der amerikanischen Küste dank dieser Maßnahmen etwa zwei Dutzend Schiffe auf dem Meeresboden. Wie sich jetzt herausstellte, gibt es Annahmen, dass es sich bei den versenkten Schiffen nicht nur um ganze 109 Exemplare handeln soll, sondern diese auch noch teils hochgiftige Substanzen an Bord hatten. Die Rede ist von PCB, Polychlorierte Biphenyle, eine giftige und potentiell krebserregende Chlorverbindung, die man in Dichtungen, Kunststoffen und elektrischen Bauteilen finden kann, die früher weit verbreitet waren, jedoch in den USA selbst bereits seit 1979 als verboten gelten. Weltweit wurde deren Verwendung im Jahr 2001 untersagt.

Bei den so genannten „Sinkex“ Übungen, kurz für Ship Sinking Exercises, sollen diese Verbindungen nun ins Meer geraten sein. Meeresbiologen und Umweltschützer hatten die Übungen der Marine schon lange vor diesen Meldungen kritisiert, doch diese wurden immer wieder mit dem Argument entschuldigt, dass sie für die Ausbildung der Seeleute unverzichtbar seien. Die Marine hatte sich allerdings bereits im Jahr 1996 dazu verpflichtet, alle mit PCB versetzten Bestandteile der Schiffe vorher zu entfernen. Hier scheint gepfuscht worden zu sein. Man bezeichnet die Berichtsmethoden der Marine sogar als fragwürdig, denn die Sinkex Berichte der Jahre 2000 bis 2004 beispielsweise geben nur geringfügig darüber Auskunft, was wirklich mit Dichtungen und ähnlichen Materialien passiert ist, die mit PCB belastet waren.

Sollte die giftige Substanz tatsächlich in den Boden gesickert sein, so könnte das nicht nur für Meeresbewohner, sondern auch die Menschen schwere gesundheitliche Schäden bedeuten. Denn durch die lange Verweildauer des Gifts im Körper von Organismen können PBC durch die gesamte Nahrungskette bis in den Menschen wandern. Schon die kleinsten Mengen des Gifts, das sich im Fettgewebe von Mensch und Tier anreichert, können gefährlich sein.

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