Frankreich und Deutschland ziehen bei Energiepolitik an ähnlichem Strang

In der Politik waren sich Deutschland und Frankreich in den vergangenen Monaten alles andere als einig. Dies gilt zumindest für Angela Merkel und Francois Hollande. Bei den Umweltministern der zwei Länder sieht es schon ganz anders aus. Peter Altmaier und Delphine Batho haben gerade erst in Berlin ihre Pläne für eine deutsch-französische Energiewende vorgestellt und damit bewiesen, dass die Länder zwar verschiedene Voraussetzungen bei der Umsetzung der Pläne haben, dafür aber ganz ähnliche Ziele vorweisen können.

So haben sowohl Frankreich als auch Deutschland vor, bis zum Jahr 2025 die Hälfte der Energie des Landes aus erneuerbaren Energien zu beziehen. In Deutschland hat die vermehrte Förderung der Erneuerbaren bereits vor ein paar Jahren begonnen und ist spätestens mit der Verkündung des Atomausstiegs vor zwei Jahren in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt. In Frankreich ist die Situation ein wenig anders. Das Land wird noch immer zu 75 Prozent mit Energie aus Atomkraftwerken versorgt. Doch zahlreiche Reaktoren sind veraltet und werden wohl deshalb in den kommenden Jahren abgeschaltet. Im Moment wird nur ein neuer Reaktor gebaut und die Mengen an Energie, die so wegfallen, sollen durch den Ausbau der erneuerbaren Energien aufgefangen werden. Diese Wandlung nennen die Franzosen Transformation Energétique.

Beide Politiker sind sich in jedem Fall darüber einig, dass die EU Länder im Bereich der Energie- und Umweltpolitik enger zusammen arbeiten müssen, dies gilt nicht nur für Deutschland und Frankreich. Man muss an einem Strang ziehen und nicht jedes Land eine Extrawurst braten lassen, wenn die Klimaziele in den kommenden Jahrzehnten erreicht werden sollen. Beide Umweltminister setzen sich zudem für eine Stabilisierung des europäischen Emissionshandels ein. Sie unterstützen die Europäische Kommission bei ihrem Vorschlag, zunächst etwa 900 Millionen Kohlendioxid Zertifikate vorläufig vom Markt zu nehmen.

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