Gas soll die neue Brückentechnologie zum Zeitalter der erneuerbaren Energien werden

Galten CDU und CSU über Jahrzehnte hinweg noch als eiserne Verfechter der Atomenergie, so vollziehen diese jetzt eine 180 Grad Wende. Nach Fukushima scheint die Atomenergie in Deutschland nicht mehr vertretbar zu sein.

Bis 2021 soll der Atomstrom nach Plänen der CSU vollständig durch andere Stromarten ersetzt werden. Neben erneuerbaren Energien sollen hier vor allem Gaskraftwerke die entstehenden Defizite kompensieren. Gas würde somit die Atomenergie als neue Brückentechnologie hin zum Zeitalter der regenerativen Energien ablösen. Generalsekretär Alexander Dobrindt meinte gegenüber der „Financial Times Deutschland“: „Wenn wir bestehende Blockaden beim Ausbau der Erneuerbaren überwinden, können wir in den nächsten zehn Jahren den Ausstieg aus der Kernenergie schaffen.“ und sagte weiter: „Gas wird die neue Brückentechnologie ins Zeitalter der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien.“

Jochen Flasbarth, der Präsident des Umweltbundesamtes (UBA) hält sogar eine vollständige Abschaltung der AKWs bis 2017 für realistisch. Da es derzeit eine große Stromüberproduktion gebe und sich noch neue Kohle- und Gaskraftwerke im Bau befinden, müsste auch kein Strom aus dem Ausland importiert werden. Am nächsten Montag sollen Gespräche zwischen Generalsekretär Hermann Gröhe, Kanzleramtschef Ronald Pofalla, Umweltminister Norbert Röttgen und der CDU Basis über die Zukunft der Kernenergie stattfinden. „Wir stellen uns dem Gespräch mit unserer Parteibasis, wollen offene Fragen diskutieren, aber auch für unsere Politik werben“, meinte Gröhe.

Derzeit diskutiert zudem eine von Kanzlerin Angela Merkel eingesetzte Ethikkommission den Atomausstieg vor dem Hintergrund der Atomkatastrophe in Japan. Von Grünen und der SPD wurde die Ethikkommission unterdessen als „Nebenschauplatz“ und „Alibiveranstaltung“ bezeichnet.

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