Gasleck an Bohrinsel vor Schottlands Küste

Nachdem man eine lange Zeit keine negativen Meldungen mehr aus dem Bereich der Bohrplattformen in der Nordsee gehört hatte, kommt nun eine beunruhigende Nachricht des Energiekonzerns Total. Wegen eines Gaslecks musste nun eine Plattform in der Nordsee evakuiert werden. 238 Arbeiter waren dort tätig, sie konnten jedoch alle unverletzt in Sicherheit gebracht werden.

Scheinbar hatte es Probleme mit dem Kontrollsystem an der Plattform gegeben, die etwa 240 Kilometer östlich der Stadt Aberdeen liegt. Hier befinden sich die so genannten Elgin- und Franklin-Felder, ein Gebiet, in dem seit 2001 Gas gefördert wird. Die See hat hier eine Tiefe von rund 90 Metern, vom Meeresboden geht es noch einmal etwa 6 Kilometer in die Tiefe, bis man auf die angebohrten Vorkommen trifft. Dass nun hier aus dem Leck Gas austritt, ist äußerst ungünstig. Man bemühe sich zwar darum, das Schlimmste zu vermeiden, doch Total schwieg zunächst einmal zu dem Thema, wie sie das Leck schließen wollen. Zu Beginn der Woche hatte man aus der Luft eine schillernde Fläche auf dem Meer erkennen können. Das Unternehmen äußerte sich nicht zu der Größe der Fläche, man gab jedoch an, ein Flugzeug mit Dispersionsmittel zur Hand zu haben, dass eingreifen könnte, wenn es nötig ist.

Wie das Unternehmen angab, fördert die Plattform pro Tag etwa 5,5 Millionen Kubikmeter Gas und 10,7 Millionen Liter Gaskondensat. Ob derzeit eine Explosionsgefahr besteht, ist noch nicht klar. Das Unternehmen weigerte sich, dazu weitere Stellung zu beziehen. Es sei von einer ernsten Situation die Rede, so schlimm wie bei dem Vorfall auf der Plattform Piper Alpha im Jahr 1988 werde es aber nicht kommen. Hier wurden bei einer Explosion beinahe 200 Menschen getötet, ausreichende Sicherheitsvorkehrungen für die Gasförderung hatte es nicht gegeben, da die Plattform ursprünglich für die Ölförderung vorgesehen war. Ob dies auch bei der jetzt betroffenen Plattform zutrifft, ist noch nicht bekannt.

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