Geld verdienen durch neue Stromtrassen: Eckpunktepapier für den Netzausbau unterzeichnet

Der Netzausbau stellt eines der wichtigsten Ziele der bundesdeutschen Energiewende dar. Doch immer wieder lassen sich Verzögerungen verzeichnen, die auch darauf zurück zu führen sind, dass Anwohner sich gegen geplante Netzausbauten stellen. Die Bundesregierung will diesen Widerstand nun durch ein neues Investitionsmodell für Anrainer brechen. Geplant ist eine Investitionsbeteiligung der anwohnenden Bürger mit vielversprechenden Renditen.

Fünf Prozent Zinsen für Investitionseinlagen

Das Eckpunktepapier des Investitionsmodells, welches von Bundesumweltminister Altmaier (CDU), Bundeswirtschaftsminister Rösler (FDP) und Vertretern der vier großen Übertragungsnetzbetreiber unterzeichnet wurde, sieht eine Investitionsbeteiligung von Anwohnern an Stromtrassen vor. Besonders lukrativ sind die fünf prozentigen Renditen, welche die Investitionen abwerfen sollen. Vorgesehen sind mehrjährige Laufzeiten und Mindesteinlagen von 1000 Euro. Als bevorzugt kaufberechtigt gelten laut Modell Anrainer, dass heißt Bewohner die in einem Umkreis von bis zu fünf Kilometern von der geplanten Stromleitung entfernt wohnen. Die Übertragungsnetzbetreiber Tennet, Amprion, TransnetBW, 50Hertz und die Bundesregierung sehen eine bis zu 15 prozentige Beteiligung der Bürger vor.

Vielversprechendes Pilotprojekt

Das neue Modell wird bereits in einem Pilotprojekt, der Westküstenleitung in Schleswig – Holstein, erprobt. Das Beteiligungsmodell ist bei diesem Projekt seit zwei Wochen offen und laufe noch bis Ende August. Danach endet die Zeichnungsfrist. Das Projekt hat starkes Interesse hervorgerufen. So gab es auf der Internetseite bisher schon tausende Registrationen. Zudem gab es mehrere tausend telefonische Anfragen der Bürger. Ziel des Netzausbaus ist vor allem ein effizienterer Stromtransport von Nord nach Süd. Denn im Norden, wo reichlich Wind weht, fällt auch genügend Ökostrom durch Windkraft an, diese muss in den windärmeren Süden transportiert werden. Dafür soll das Netz bis Ende 2023 mit Kosten von rund 20 Milliarden Euro ausgebaut werden. Das neue Investitionsmodell verteilt die Kostenlast nun gleichmäßiger und bringt zudem hohe Renditen für die Investoren. Daher dass der Netzausbau weitgehend beschlossene Sache ist, lässt sich damit für die Anwohner zumindest ein positiver Nebeneffekt von Stromtrassen in der Nachbarschaft erwirtschaften.

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