Greenpeace Energy hält die erneuerbaren Energien für systematisch benachteiligt

Umweltverbände kritisieren immer wieder die wenig konsequente Bevorteilung der erneuerbaren Energien. Politisch aber auch gesellschaftlich wird der Wille zur Energiewende, insbesondere in Deutschland, immer wieder gern kommuniziert.

Kurioserweise sehen die Realitäten auf den Energiemärkten, hierbei Allen voran der Strommarkt, anders aus. Die erneuerbaren Energien sind nach wie vor nicht konkurrenzfähig, wenn keine staatliche Förderung greift. Dies liegt insbesondere an den niedrigen Preisen an der Strombörse. Konventionelle Kraftwerke können sich meist noch refinanzieren, vor allem auch deswegen weil externe Schadenskosten die durch Umweltverschmutzung und ähnliche Prozesse entstehen nicht eingepreist werden müssen.

Dieses Problem sollte eigentlich der Emissionshandel lösen. Aufgrund diverser Schlupflöcher greift der Mechanismus allerdings zu selten. Musterbeispiel sind Atomkraftwerke.

Konventionelle Energien können immer noch zu Dumping-Preisen auf den Märkten anbieten

Das Dilemma kritisiert, im Kontext des aktuellen EU-Beihilfeverfahrens gegen Deutschland, nun Greenpeace Energy. Die Energie-Genossenschaft sieht die erneuerbaren Energieträger als systematisch benachteiligt an, vor allem aufgrund von Preisverzerrungen.

Janne Andresen von Greenpeace Energy sagte dazu der Internetseite finanzen.net: „Strom aus Wind und Sonne muss mit den verzerrten Preisen von konventionellen Energien wie Atom und Kohle konkurrieren. […] So lange schmutzige Energieträger wie Braunkohle ihre Folgekosten durch Umweltschäden und Luftverschmutzung nicht einpreisen müssen, können sie mit Dumping-Preisen ihre Stellung am Energiemarkt verteidigen. […] Für einen fairen Wettbewerb müssen die Verschmutzungskosten der konventionellen Energien eingepreist werden.

Dafür brauchen wir eine grundlegende Reform des Europäischen Emissionshandels.“ Die Forderungen sind klar und deutlich und sollen, mithilfe des öffentlichen Interesses durch das aktuelle Beihilfeverfahren gegen das EEG, Gehör finden. Greenpeace Energy hält das EEG in seiner jetzigen Form nicht für eine, nach EU-rechtlicher Terminologie, Beihilfe, sondern für die notwendige Konsequenz wenn man eine Energiewende erfolgreich zum Ziel führen möchte. Die festen Vergütungssätze sind laut der Energie-Genossenschaft der notwendige Ausgleich für den nicht funktionierenden Emissionshandel.

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