Große Mehrheit der Deutschen für die erneuerbaren Energien

Bei Vertretern der Wirtschaft, insbesondere der alten Industriezweige, stößt die Energiewende immer wieder auf Kritik. Während vor einigen Jahren allerdings noch das gesamte Vorhaben in Frage gestellt wurde sind es mittlerweile eher Teilbereiche, etwa die generelle Umsetzung des Großprojekts.

Sogar die Wirtschaftslobby hat sich also mit der Energiewende angefreundet und mischt sich nur noch ein, wenn es um die optimale Umsetzung geht. Ein großer Zuspruch zur Energiewende lässt sich auch in der deutschen Bevölkerung erkennen. Regelmäßig führt die Agentur für Erneuerbare Energien (AEE) Akzeptanzumfragen zum Ausbau der erneuerbaren Energien durch. Auch in der jüngsten Umfrage zeigt sich wieder: Die Deutschen wollen die Transformation des Energiesystems.

Großteil der Befragten erachtet EE-Ausbau als wichtig

Die repräsentative Umfrage von TNS Emnid im Auftrag der AEE zeigt, dass 93 Prozent der Befragten den Ausbau der erneuerbaren Energien als wichtig bis sehr wichtig erachten. 68 Prozent der Umfrageteilnehmer sind sogar für den Ausbau, auch wenn er am eigenen Wohnort stattfindet. Ganz anders sieht es da bei den konventionellen Kraftwerken aus. Kohlekraftwerke akzeptieren beispielsweise lediglich 7 Prozent in der unmittelbaren Nachbarschaft, Atomkraftwerke sogar nur 4 Prozent.

Zustimmung höher, wenn bereits Anlagen in der Umgebung existieren

Etwas überraschend ist, dass die Befragten eine höhere Zustimmung angeben, wenn bereits Anlagen in der unmittelbaren Umgebung existieren. So sind 86 Prozent der Teilnehmer mit einem Solarpark in der Nachbarschaft für den weiteren Ausbau der Solarenergie, während die Befragten ohne diesen nur zu 77 Prozent zustimmen.

Auch die Akzeptanzumfragen in den Jahren 2013 und 2014 führten zu ähnlichen Ergebnissen, was zeigt, dass die Deutschen konstant für die Energiewende sind. Der Vorsitzende der IG Bergbau, Chemie, Energie, Michael Vassiliadis kritisierte vor kurzem den Ausbau der erneuerbaren Energien und vertritt damit offensichtlich einen anderen Standpunkt als das Gros der Bevölkerung.

Er vermutet, dass ein weiterer Ausbau nur Kosten verursache solange kein ausreichend leistungsfähiges Netz oder eine entsprechende Speicherinfrastruktur gegeben sei. Vassiliadis hält zudem einen verfrühten Kohleausstieg für falsch.

Wirtschaftliche Argumente auch für die Bevölkerung wichtig

Der Gewerkschaftsboss Vassiliadis argumentiert vornehmend ökonomisch und wirtschaftsnah, was wenig verwundert, immerhin vertritt er einen Großteil der konventionellen Energiewirtschaft. Aber auch in der Bevölkerung werden ökonomische Argumente für die Energiewende immer wichtiger.

Während weiterhin Nachhaltigkeit, Versorgungssicherheit und Klimaschutz als wichtigste Argumente unter den Befragten gelten, nennen auch viele Umfrageteilnehmer wirtschaftliche Gründe, wie die Importunabhängigkeit gegenüber dem Ausland oder einen stärkeren Wettbewerb gegenüber den Stromkonzernen, als Vorteile der erneuerbaren Energien.

Sinkende Energiepreise sind kein wichtiger Vorteil

Nur ein Drittel der Befragten sieht sinkende Energiepreise als Vorteil der erneuerbaren Energien an. Es überrascht, dass über 90 Prozent dem Ausbau der erneuerbaren Energien zustimmen und trotzdem nur Wenige sinkende Preise erwarten. „Das tut der Zustimmung zum EE-Ausbau aber offensichtlich keinen Abbruch.

Die Werte der Energiewende wiegen die Kosten bei weitem auf – das erkennen auch die Menschen im Lande“, meint Philipp Vohrer, Geschäftsführer der AEE. Die Deutschen unterstützen also weiterhin die erneuerbaren Energien und geben der politischen Strategie damit Rückendeckung. Dennoch ist es wichtig, dass die Umsetzung möglichst effizient und mit geringen Kosten voran geht. Dafür ist der Input von wirtschaftsnahen Institutionen, wie der IG BCE, sicher nützlich.

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