Grundwasserstreit in Bayern

Erneuerbare Energien sind der Trend der Zukunft und sollen den Menschen ein umweltfreundlicheres Leben ermöglichen. Dass dies jedoch auf Kosten unseres Trinkwassers passieren könnte, hat bisher noch niemand bedacht. In Bayern geraten jetzt die Wasserversorger unter Druck, weil sie Landwirten gegenüber Ausgleichszahlungen leisten müssen, um diese davon abzuhalten, in Landschaftsschutzgebieten zunehmend Mais für ihre Biogasanlagen anzubauen.

Biogasanlagen sind in den vergangenen Jahren sehr schnell zu einem gewohnten Anblick in den ländlichen Regionen geworden. Landwirte, die eine solche Anlage auf ihr Grundstück setzen und diese betreiben, können so großzügige Subventionen für den, aus den Anlagen gewonnenen, Strom ernten. Doch um die Anlagen antreiben zu können, müssen so genannte Energiepflanzen her. In den meisten Fällen handelt es sich hierbei um Mais. Damit dieser schneller wächst, muss er gedüngt werden, viele Bauern verwenden zudem Pflanzenschutzmittel gegen Schädlinge.

Hier beginnt das Problem, denn in Wasserschutzgebieten sind der Dünger und die Schutzmittel ein Gift, das ins Trinkwasser gelangt und somit dessen Qualität massiv einschränkt. Wasserversorger in den verschiedensten Gebieten in Bayern versuchen nun, die Landwirte dazu zu bringen, Nutzpflanzen anzubauen, deren Anbau das Grundwasser nicht so sehr belastet. Hierfür werden sie eine Ausgleichszahlung für den Differenzbetrag bei der Energieausbeute zahlen müssen. Doch der Verbraucher ist derjenige, an dem es am Ende hängen bleibt, denn die Wasserkosten steigen. Gerade kleinere Wasserwerke können die Zahlungen nicht so leicht verkraften und müssen deshalb ihre Preise erhöhen. Die Regelung, dass die Kosten am Ende beim Kunden liegen, gibt es jedoch nur in Bayern. In den anderen Bundesländern müssen die Landwirte den erforderlichen Schutz selber zahlen. Nun werden auch Stimmen aus der bayrischen Politik laut, die fordern, diese Sonderregelung für den Freistaat aufzuheben. Schließlich gehe es ums Wasser, da müssten die Landwirte respektieren, dass sie keine Maschinen betreiben dürfen, die das Wasser gefährden.

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