Hält Frankreichs Präsident Hollande sein Wort?

Frankreich ist als atomkraftbejahende Nation bekannt. Während sich Deutschland lange Jahre an einen ähnlichen Kurs gehalten hatte, ist der Bundesrepublik jedoch im vergangenen Sommer der endgültige Ausstieg aus der Atomkraft gelungen, der noch in den nächsten zehn Jahren vollzogen werden soll. Mit einer Wahlkampfstrategie hatte dies wohl eher weniger zu tun, denn zu diesem Zeitpunkt lag die nächste Bundestagswahl noch gut zwei Jahre in der Zukunft und Kanzlerin Angela Merkel hat kaum Sorgen, wenn es um ihre Beliebtheit in der Bevölkerung geht.

Anders in Frankreich. Hier fand erst in diesem Frühjahr ein Präsidentenwechsel statt. Nach fünf Jahren Sarkozy wurde der Sozialist Francois Hollande zum Präsidenten gekürt. Eines seiner Wahlversprechen: Schiefergas- und Schieferölabbau soll in Frankreich nicht zugelassen und die Atomkraft soll eingedämmt werden. Bisher sind von seinen Versprechungen jedoch keine wahrgemacht worden. Nach einem Unfall im französischen Atomkraftwerk Fessenheim, in der Nähe der deutschen Grenze, in der vergangenen Woche, werden die Stimmung nach der versprochenen Schließung des veralteten AKWs laut, ebenso wie nach der Reduzierung des Atomstroms von 75 auf 50 Prozent bis 2025.

Was die meisten Umweltschützer jedoch besonders beunruhigt, ist die Tatsache, dass die Sozialisten ganz eindeutig Abstand von ihrer ablehnenden Haltung zum Schieferabbau nehmen. Das äußerst umstrittene Fracking war in Frankreich eigentlich verboten worden, doch zu wissenschaftlichen Zwecken sollen trotzdem Bohrungen stattfinden dürfen. Wahlbetrug sei das, so die Meinung vieler Fracking Gegner. Nun muss sich herausstellen, inwiefern der neue Präsident tatsächlich sein Wort hält oder ob er seine treuen Wähler tatsächlich im Nachhinein bitter enttäuschen wird.

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