Hermann Scheer ist tot

Von vielen wurde er eher weniger ehrfurchtsvoll als ironisch als „Solarpapst“ oder „Sonnengott“ bezeichnet. Der vergangenen Donnerstag verstorbene SPD Politiker Hermann Scheer war trotz fehlender Ämter und Ministerposten kein Unbekannter. Durch seine unerschütterlichen Ansichten, beispielsweise in der Abrüstungs- und der Energiepolitik, machte er immer wieder auf sich aufmerksam. Gerade sein vehementer Einsatz für die regenerativen Energien – die Anfang der  80iger Jahre bei der SPD noch nicht sonderlich beliebt waren – drängte ihn jedoch immer mehr an den Rand der Partei. Trotz seiner relativ großen Bekanntheit, sollte er dort Zeit seines Lebens bleiben. Außenseiter, Querdenker, Einzelgänger, das sind die Begriffe, die Hermann Scheers Status in der eigenen Partei wohl am besten beschreiben. Gerhard Schröder hätte Scheer 1999 sogar am liebsten aus der Partei geworfen, als dieser sich öffentlich gegen eine deutsche Beteiligung am Kosovo-Krieg aussprach und die Bombardierung bestimmter Gebiete sogar als Kriegsverbrechen ansah.

Ungeachtet seiner ständigen Konflikte mit der eigenen Partei erlangte Hermann Scheers schon bald ein gewisses internationales Ansehen. So wurde er vom amerikanischem Time Magazin als „Hero for the Green Century“ bezeichnet, erhielt 1998 den Weltsolarpreis und wurde 1999 sogar mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.

Einen Wechsel zu den Grünen, die ihm in vielen Belangen wohl näher als seine eigene Partei standen, lehnte er stets ab: „Es ist wichtiger, eine große Partei zu verändern, als eine kleine hinter sich zu haben“. Trotz der Schwierigkeiten, die Scheer oft mit seiner Partei hatte, würdigten viele SPD Spitzenpolitiker das stete Engagement Scheers, gerade im Bereich der regenerative Energien und stellten seinen nicht unerheblichen Einfluss auf die Entwicklung der Partei heraus.

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