Isar 1 und seine Mängel

Deutschland wird atomfrei. Erst im vergangenen Sommer hat die Bundesregierung den letzten entscheidenden Schritt in Richtung Atomausstieg getan und seitdem sind bereits einige deutsche Atomkraftwerke vom Netz gegangen. Darunter auch das bayrische Kernkraftwerk Isar 1 in der Nähe von Landshut. Hier wurden von Gutachtern so manche Schwachstellen bemängelt, was auch der Grund dafür war, warum das Kraftwerk eines der ersten war, das keine weitere Genehmigung mehr bekam.

Doch obwohl Isar 1 nicht mehr produziert, lagern dort natürlich immer noch restliche Brennstäbe, ganze 1734 an der Zahl. Diese befinden sich derzeit im Abklingbecken des Kraftwerks. Da dieses aber bei der letzten Untersuchung besondere Mängel aufgewiesen hat, werden jetzt besorgte Stimmen laut, die verlangen, die Stäbe so schnell wie möglich aus Isar 1 in ein Zwischenlager zu bringen. Doch wie es scheint, gestaltet sich dies sehr viel schwieriger als erwartet. Was fehlt, sind nämlich die für den Transport nötigen Castor Behälter. Ohne diese können die Brennstäbe nur weiterhin im Abklingbecken verbleiben.

Das Becken liegt im oberen Teil des Reaktorgebäudes, doch da dieses nur mit extrem dünnen Wänden ausgestattet ist, wären die Brennstäbe im Falle eines Flugzeugabsturzes oder Terroranschlags nicht mehr sicher. Dies sei allerdings schon vor Jahren klar gewesen, lange bevor es zum geplanten Atomausstieg und dem damit verbundenen Abschalten von Isar 1 gekommen war. Hier kommt jedoch das Umweltministerium ins Spiel, das bestätigt, die Lagerung der Brennstäbe im Abklingbecken sei absolut sicher, denn dieses sei sicherheitstechnisch geprüft und alle rechtlichen Anforderungen würden erfüllt. Wahrscheinlich werden nämlich noch bis 2014 nicht ausreichend Castor Behälter zur Verfügung stehen, um die restlichen Brennstäbe aus Isar 1 abzutransportieren, was dessen Kritiker gar nicht gerne sehen. Sie halten das alte Kraftwerk an der Isar für ein ebenso großes Risiko, wie die Anlage in Fukushima es gewesen war. Sie befürchten, dass man auch hier erst auf die Mängel aufmerksam wird, wenn bereits ein Unglück geschehen ist.

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