Ist beim Stresstest alles mit rechten Dingen zugegangen?

Noch am Anfang des Jahres hatte die nationale Atomaufsichtsbehörde Frankreichs, ASN, versichert, dass alle 58 Atommeiler in Frankreich sicher sind. Die Atomnation konnte aufatmen, der Stresstest war bestanden. Nun kommt es jedoch immer wieder zu Zwischenfällen, die die Frage aufwerfen, ob es bei dem Stresstest tatsächlich mit rechten Dingen zugegangen ist.

Dies sieht man am Beispiel Cattenom. In dem Kraftwerk an der deutschen Grenze wurden immer wieder Mängel bekannt. Gerade in der Zeit nach dem Reaktorunglück von Fukushima machte man sich darüber Gedanken, ob das Kraftwerk noch den Sicherheitsstandards entspricht, oder ob mit einem Gau zu rechnen ist. Aus diesem Grund entsandten auch die deutschen Bundesländer Rheinland-Pfalz und das Saarland Beobachter zum Stresstest, genauso wie das Nachbarland Luxemburg.

Gravierende Mängel wurden keine festgestellt, doch die Schlagzeilen sprechen Bände. Die Mängel mögen vielleicht nicht ausreichen, um eine sofortige Abschaltung einzuleiten, doch es kann trotzdem zu kritischen Situationen kommen. Auch das Atomkraftwerk Fessenheim, das nur vier Kilometer von der deutschen Grenze entfernt liegt, ist in den vergangenen Jahren stets nur knapp einer Stilllegung entronnen.

Grund dafür ist, dass die Betondecke unter dem Reaktorbehälter nur eineinhalb Meter dick ist, somit ist sie die dünnste aller französischen Reaktoren. Im Fall einer Kernschmelze würde die Platte dem Druck möglicherweise nicht standhalten können und den naheliegenden Rhein radioaktiv verseuchen.

Dennoch wurde auch Fessenheim Anfang des Jahres als sicher eingestuft. Im Sommer soll es einen EU Gipfel zu dem Thema geben, vielleicht werden ja dann Entschlüsse getroffen, die von den Ländern alleine so weiterhin vermieden werden, obwohl eine Stilllegung mancher Atomkraftwerke wahrscheinlich dringend nötig wäre.

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