Fusionsreaktor Iter

In Südfrankreich soll der weltweit erste Fusionsreaktor entstehen, den die EU, wie kürzlich beschlossen wurde, mit zusätzlichen 650 Millionen Euro fördern will. Iter soll er heißen und schon jetzt steht der Reaktor der Zukunft in der Kritik, da viele ihn für ein Milliardengrab halten und durchsetzen wollen, dass statt ihm die Entwicklung und der Ausbau alternativer Energiequellen gefördert werden.

Der Kernfusionsreaktor bietet kein Versprechen für Erfolg. Forscher planen, hier Energie durch die Verschmelzung von Wasserstoffatomen zu gewinnen. Sollte dieses Projekt erfolgreich durchzuführen sein, so wären die Energieprobleme der Welt mit einem Mal gelöst, denn die Kernfusion ist sozusagen eine unerschöpfliche Stromquelle, die keine Umweltschäden verursacht. Bei so einem Prozess verschmelzen Wasserstoffisotope wie Deuterium und Tritium unter Freisetzung großer Mengen Energie zu Helium. Etwa 90 000 Kilowattstunden Energie könnten mit einem Gramm Brennstoff in einem solchen Kraftwerk erzeugt werden. Das entspricht der Verbrennungswärme von elf Tonnen Kohle. In Turbinen kann sie dann zur Stromerzeugung genutzt werden.

Viele sehen das Projekt allerdings auch als totale Fehlinvestition an. Statt sich auf ein Projekt dieser Art zu konzentrieren, solle man lieber die Investitionen in grüne Energieträger und zukunftsorientierte Forschungsfelder steigern, so eine Sprecherin der Grünen, die am Freitag gegen den Nachtragshaushalt gestimmt hatten. Ihnen zufolge hätte man schon genug Geld für das Projekt zur Verfügung gestellt. Im regulären Haushalt für dieses Jahr seien bereits 450 Millionen Euro für Iter enthalten. Doch diejenigen, die an den Erfolg des Projekts glauben, erinnern stets daran, dass es nur eine winzige Investition sei, wenn man bedenkt, welche Gewinndimensionen am Ende dabei herausspringen könnten. Andere alternative Energien würden schließlich auch mit Förderungen unterstützt werden, warum nicht also auch Iter. Allein in Deutschland wird die Solarenergie auf 20 Jahre mit bis zu hundert Milliarden Euro unterstützt.

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