Atomkatastrophe in Japan – Regierung räumt eine „teilweise Kernschmelze“

Japans Regierung bestätigte jetzt erstmals, dass zumindest in Reaktor 2 des Problemkraftwerks Fukushima „teilweise“ eine Kernschmelze eingesetzt hat. Die große Menge radioaktiven Wassers in einem anliegenden Turbinengebäude legt diesen Schluss nahe.

Für diverse andere Experten ist unterdessen bereits seit Wochen klar, dass sich in Japan eine Kernschmelze vollzieht. Ein wichtiger Hinweis darauf waren die gewaltigen Wasserstoffexplosionen in der Vergangenheit.

Eine teilweise Kernschmelze ist allerdings nicht mit einer totalen Kernschmelze gleichzusetzen. Bei einer teilweisen Kernschmelze wird nur ein Teil der Brennelemente zerstört, da diese nicht mehr komplett mit Wasser bedeckt sind und so nicht mehr ausreichend gekühlt werden. Wirklich enorm gefährlich wird es allerdings erst, wenn durch die enorme Hitze bei der Kernschmelze der Reaktordruckbehälter versagt und das hochradioaktive Material entweder ins Erdreich und Grundwasser gelangt oder wie in Tschernobyl durch eine Explosion an die Luft. In beiden Fällen werden große Teile der Umgebung kontaminiert. Von einer Explosion des Druckbehälters gehen jedoch sicherlich die größeren Gefahren aus. Eine partielle Kernschmelze ist durch genügend Kühlung prinzipiell noch aufzuhalten. Wie groß die Gefahr in Fukushima allerdings wirklich ist, ist unter Experten umstritten. Während einige der Meinung sind, dass momentan eine partielle Kernschmelze vonstattengeht, die aber noch aufgehalten werden könnte, sehen andere in Japan schon den gefürchteten Super-Gau Realität werden.

Der Strahlenbiologe Edmund Lengfelder hält den Super-Gau beispielsweise für unvermeidlich und sagte gegenüber dem Deutschlandfunk: „Nachdem eine Kühlung nicht mehr möglich ist, und die Brennstäbe und möglicherweise auch das Inventar im Druckgefäß vor sich hinreagieren, ist die Kernschmelze zwangsläufig da, und sie wird auch noch lange Zeit andauern“. Bis die Kernschmelze dann endgültig zum Erliegen gekommen ist, dürften mehrere Tausend Jahre vergehen.

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