3 Monate nach Fukushima – Japaner demonstrieren gegen die Atomkraft

3 Monate nach dem verheerenden Erbeben vor Japans Küste, das nicht nur einen gewaltigen Tsunami auslöste, der Tausenden Menschen das Leben kostete, sondern auch zu einer der schwersten (vielleicht sogar zu der schwersten) Atomkatastrophe aller Zeiten führte, versammeln sich Tausende Japaner, um gegen die Atomkraft im Land zu protestieren. Vor dem Firmensitz des Kraftwerksbetreibers Tepco demonstrierten die Menschen gegen die Atompolitik der Regierung und gegen den Kraftwerksbetreiber selbst.

Der Ruf im Land nach einer Alternative zur Atomenergie, speziell nach regenerativen Energien, wird immer lauter. Für japanische Verhältnisse ist die Größe der Demonstrationen bemerkenswert. Traditionell gehen Japaner eher selten auf die Straße und die Atomkraft hat sich in dem Land bisher einer außerordentlich großen Beliebtheit erfreut. Davon zeugen die insgesamt 54 Atomkraftwerke, von denen allerdings aktuell nur noch 19 in Betrieb sind, da bei den übrigen zunächst wesentlich strengere Sicherheitsauflagen umgesetzt werden müssen.

Verglichen mit Deutschland ist die Zahl der bekennenden Atomkraftgegner in Japan allerdings immer noch verhältnismäßig gering, wobei man bedenken muss, dass eine Antiatomkraftbewegung vor der Atomkatastrophe in Fukushima so gut wie nicht existent war. Die Katastrophe hat nicht nur bei der Bevölkerung, sondern auch in der Regierung zu einem Umdenken in Sachen Atomkraft geführt. So sollte der Anteil der Atomkraft in Japan bis 2030 eigentlich von derzeit 30 Prozent auf rund 50 Prozent ausgebaut werden. Diesen Plan hat man jetzt jedoch fallen gelassen. Stattdessen will sich Japan in der nächsten Zeit verstärkt auf den Ausbau der regenerativen Energien konzentrieren. Von einem kompletten Atomausstieg scheint man hier allerdings derzeit noch wesentlich weiter entfernt zu sein als Deutschland.

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