Japans Atomkraftwerke wieder am Netz?

Vor über einem Jahr, am 11. März 2011, kam es in Japan zu der größten nuklearen Katastrophe seit Tschernobyl Ende der 80er Jahre. Nach einem Seebeben und dadurch ausgelösten Tsunami kam es im Kernkraftwerk Fukushima Daiichi zu mehreren Explosionen und einer Kernschmelze.

Die Gegend um Fukushima wurde massiv verstrahlt, so dass in einem weiten Umkreis kein Leben mehr möglich ist und in den nächsten Jahrzehnten auch nicht mehr sein wird. Seit dem Unglück hat das Land alle Reaktoren herunterfahren lassen und Stresstests und anderen Prüfungen unterzogen. Für ein Land, das zuvor von der Atomkraft abhängig war, die immerhin 30 Prozent der Stromversorgung übernahm, ist das ein extremer Schritt.

Beinahe 15 Monate ist die Katastrophe nun her und beinahe genauso lange lebt man in Japan ohne Atomstrom. Dass die Stromversorgung knapp wird, ist kein Geheimnis, doch die Menschen sind so zufriedener als damit, mit einer ständigen Angst vor weiteren Unglücken leben zu müssen.

Der Schock von Fukushima sitzt einfach zu tief. Jetzt will die Regierung allerdings wieder ein Atomkraftwerk ans Netz lassen, zum Wohle der Menschen, so wie Ministerpräsident Yoshihiko Noda in dieser Woche verlauten ließ. Die Menschen sind mit dieser Entscheidung eher weniger zufrieden, besonders die, die in der Gegend des Atomkraftwerks Oi wohnen, dessen Reaktoren 3 und 4 nun wieder hochgefahren werden sollen.

Atomkraftgegner und Umweltschützer kritisieren die Entscheidung und werfen der japanischen Regierung vor, zu tief in der Tasche der Atomindustrie zu stecken. Bisher ist in allen anderen Regionen des Landes das Wiederanfahren der Reaktoren abgelehnt worden, doch möglicherweise ist es nur eine Frage der Zeit, bis sich auch hier die Regierung durchsetzt und die Reaktoren wieder startet.

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