Japans Klimaanlage für den Büstenhalter

Es war das, was sich die Japaner seit der Katastrophe von Fukushima im März 2011 gewünscht hatten und was sie nun am vergangenen Wochenende zu Freudenfeiern hinriss: die vorläufige Abschaltung des letzten ans Netz angeschlossenen Atomkraftwerks auf japanischem Boden. Nach dem nuklearen Unglück im Kraftwerk von Fukushima vor über einem Jahr hatte die Regierung angeordnet, alle Kraftwerke überprüfen zu lassen. Die gut fünfzig Reaktoren, die überall in Japan verstreut liegen, müssen sich Stresstests aussetzen und Wartungen unterziehen lassen. Bisher hat es noch keines der Kraftwerke geschafft, wieder ans Netz angeschlossen zu werden und nun ist Japan plötzlich nach dem Abschalten des letzten Reaktors zu einem atomfreien Land geworden.

Die Bevölkerung ist davon begeistert, nicht nur für den Moment atomfrei zu sein, sondern dies auch zu bleiben. Dass es so zu extremer Stromknappheit kommen könnte, scheint hier niemanden so richtig zu stören. Die großen Leuchtreklamen von Tokyo blitzen trotzdem die ganze Nacht weiter in den verschiedensten Farben. Dass die Japaner aber gerade bei großer Hitze im Sommer oder heftiger Kälte im Winter mit Stromausfällen rechnen müssen, ist bereits klar, denn wenn Heizungen oder Klimaanlagen überstrapaziert werden, wird der Atomstrom in jedem Fall fehlen. Scheinbar ist man in Japan jedoch noch so verzückt von der Idee, in Zukunft komplett ohne die Bedrohung der Atomreaktoren leben zu können, dass dies eher mit Humor genommen wird.

Eine japanische Wäschefirma lebt diesen Humor mit einer PR Idee für den Sommer aus. Gekühlte BHs sollen den Frauen angeboten werden, damit diese sich so die Klimaanlage sparen können. Das Material, das im BH enthalten sein soll, würde nach wenigen Stunden im Tiefkühler gefrieren und so die Hitze des Körpers aufnehmen. Allerdings wird es der Kühl BH wohl nie in die Geschäfte schaffen. Die Idee, die hinter der Werbekampagne steckt, soll allerdings die Japaner dazu auffordern, ihre Klimaanlagen im Sommer nicht überzustrapazieren und den Stromverbrauch allgemein zu senken, da es sonst zu einer Knappheit kommen könnte.

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