Japans Regierung räumt frühes Wissen von Kernschmelze in Fukushima ein

Es war Mitte Mai 2011 als die japanische Regierung zum ersten Mal zugab, dass es in dem von einem Tsunami getroffenen und anschließend in Teilen explodierten Atomkraftwerk Fukushima Daiichi zu einer Kernschmelze gekommen war. Diese Bekanntgabe folgte jedoch erst gute zwei Monate nachdem das Erdbeben und der Tsunami vor der Küste Japans am 11. März 2011 stattgefunden hatten.

Nun räumt die japanische Regierung ein, dass sie schon sehr viel früher davon gewusst habe, dass es tatsächlich eine Kernschmelze im AKW Fukushima gegeben hatte. Genau gesagt wussten sie es schon vier Stunden nach dem Erdbeben. Ein Krisenstab war nur wenige Stunden nach dem Beben zusammen gekommen und hatten festgestellt, dass die Temperatur des Reaktorkerns so gestiegen war, dass die Möglichkeit einer Kernschmelze kaum noch auszuschließen war.

Der damalige Regierungschef Naoto Kan leitete die Krisensitzung und das Protokoll verrät nun der ganzen Welt, wann diese stattfand, nämlich vier Stunden nach dem Erdbeben. Der ehemalige Regierungssprecher Japans Yukio Edano hat sich nun öffentlich für das Schweigen der Regierung entschuldigt.

Er nehme die Kritik, dass er nichts über die Möglichkeit einer Kernschmelze sagen konnte, demütig entgegen. Die Regierung hatte die Wahrheit über Fukushima so lange wie möglich versucht, geheim zu halten. Nachdem schon alle Welt die Bilder des zerstörten Kraftwerks gesehen hatte, war bereits jedem klar, was dort passiert sein musste. Dass Japan dies erst nach so langer Zeit bestätigte, stieß vielfach auf Kritik und Unverständnis aus dem Ausland.

Man warf der japanischen Regierung damals vor, der Wahrheit nicht ins Auge sehen zu wollen und zu große Angst davor zu haben, vor dem Rest der Welt als Verlierer dazustehen. An all die Menschen, die ihr Zuhause und ihre Familien in dem Unglück verloren haben, hätte man viel früher appellieren sollen, ihre Heimat zu verlassen, um nicht den gefährlichen Strahlen

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