Klimagipfel: Fahrplan steht, Klimaschutz pausiert

Lange konnten sich die Delegierten der mehr als 190 Staaten des UN-Klimagipfels in Durban nicht auf ein gemeinsames Vorgehen einigen. Zuletzt hatte die EU in einer bisher neuen Allianz mit den afrikanischen Staaten gedroht, den Klimagipfel scheitern zu lassen, sofern sich nicht  auch Blockierer wie Indien, China und den USA einem Fahrplan für ein rechtlich verbindliches Abkommen bis 2015 zustimmen würden. Nachdem der Gipfel um einen Tag verlängert wurde, gelang es heute zum Ende des Gipfels, einen gemeinsamen Text zu entwerfen, dem alle Staaten zustimmten.

Nach Kompromiss: gemeinsamer Fahrplan aller Länder

Dem Fahrplan zufolge soll ein neues Abkommen bis 2015 beschlossen und ab 2020 umgesetzt werden. Auf politischer Ebene wird dieses als großer Erfolg angesehen, da auch China, Indien und die USA letztlich mit ins Boot geholt werden konnten, und sich diese Staaten hierdurch offiziell zum Klimaschutz bekannt haben. Desweiteren wird es in Zukunft einen Klimafond zur finanziellen Unterstützung der Entwicklungsländer geben, dessen Sitz Bundesumweltminister Röttgen gerne nach Deutschland legen würde.

Überbrückung durch Verlängerung des Kyoto-Protokolls

Zwar ist auch eine Verlängerung des Kyoto-Protokolls bis zum Einsetzen des neuen Klimavertrags vereinbart worden. Ob dieses in 2017 oder 2020 sein wird, ist noch ungewiss. Auch verpflichten sich mit der Verlängerung des Kyoto-Protokoll nur die bisherigen Unterzeichner zu Einhaltung der Klimaschutzziele, während der überwiegende Teil der Treihausgas-Emissionen (85%) von Staaten verursacht wird, die bis zum Inkrafttreten des neuen Klimavertrags 2020 weiterhin ohne Verpflichtungen sind.

Greenpeace: Beschlüsse sind Rückschlag für den Klimaschutz

Umweltschutzverbände kritisieren, dass der neue Klimavertrag durch Kompromisse soweit abgeschwächt sei, dass er nicht mehr als rechtlich verbindlich zu bewerten ist, und sehen das 2-Grad-Ziel in Gefahr. Vieles sei auch nach dem Klimagipfel noch ungeklärt, beispielsweise um wie viel die einzelnen Staaten ihren CO2-Ausstoß reduzieren wollen oder woher die Geldmittel in Milliardenhöhe  für den Klimatopf herkommen sollen.

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