Klimaschutz durch erneuerbare Energien – wie viel wird wirklich eingespart?

Die Minderung des Ausstoßes von klimaschädlichem Kohlenstoffdioxid ist einer der Hauptgründe für die Energiewende und den Ausbau der erneuerbaren Energien. Umso mehr hat es die Öffentlichkeit verwundert als die neuesten Statistiken aufzeigten, dass in 2013 Deutschlands Ausstoß von Kohlenstoffdioxid im Vergleich zum Vorjahr gestiegen ist. Viele fragen sich nicht zu Unrecht wie das sein kann. Immerhin deckt Deutschland seit neuesten den größten Teil der Stromnachfrage mit erneuerbaren Energien. Hans-Josef Fell (Bündnis 90/Die Grünen), ehemaliger energiepolitischer Sprecher der grünen Bundestagsfraktion hat sich zu diesem Paradoxon in einem Fachartikel auf der Website „Proteus Solutions“ geäußert. Er sieht das Problem der gestiegenen Emissionen vor allem im verfehlten Emissionshandel.

„Wie sollen sich denn weitgehend emissionsfreie Erneuerbare Energien negativ auf die CO2-Bilanz auswirken?“

Fell weist unter anderem darauf hin, dass auch die erneuerbaren Energien für die gestiegenen Emissionen verantwortlich gemacht wurden, wobei er die Frage stellt: „Wie sollen sich denn weitgehend emissionsfreie Erneuerbare Energien negativ auf die CO2-Bilanz auswirken?“. Fell sieht den Hintergrund für den gestiegenen Ausstoß vor allem in Effekten die durch den Emissionshandel entstanden sind. So herrscht in Deutschland momentan ein deutliches Überangebot an Stromerzeugungskapazitäten vor, was den Börsenstrompreis seit einiger Zeit zum Fallen bringt. „Das hat zur Folge, dass mehr Strom ins Ausland exportiert wird und die Nachbarländer massenhaft günstigen in Deutschland erzeugten Strom kaufen.“, so Fell. Der höhere Kohlenstoffdioxidausstoß liegt insbesondere an den gestiegenen Braunkohlestromanteilen, so Fell. Trotzdem dämpfen die erneuerbaren Energien den Kohlenstoffdioxid-Ausstoß wobei nicht alles direkt Deutschland zugeordnet werden kann, da ein Teil des Stromes in das Ausland exportiert wird. Daher meint Fell, dass Deutschland erneuerbare Energien auf europäischer Ebene zu weniger Kohlenstoffdioxidausstoßen geführt haben, wobei die deutsche Bilanz etwas schlechter dasteht. „Mit einem Erneuerbare-Energien-Anteil von 28,5 % verursacht der deutsche Strom, trotz gestiegenem Braunkohleanteil, dennoch wesentlich weniger CO2-Emissionen als der Strommix der meisten Nachbarländer, der dadurch verdrängt wird. Somit ist es durchaus plausibel, dass der Ausbau der Erneuerbaren Energien in Deutschland in der Summe zu einer verbesserten CO2-Bilanz in Europa insgesamt führt, obwohl der CO2-Ausstoß in Deutschland 2013 zunahm.“, so der Eindruck des Energieexperten. Fell appelliert in seinem Beitrag für den Ausbau der erneuerbaren Energien und die Abschaffung des Emissionshandels in seiner derzeitigen Form. Zudem fordert eine schnelle Strategie für die Erreichung des 100-Prozent-Erneuerbare Ziels nach dem Vorbild der neuen schwedischen Regierung. „Ohne Erneuerbare Energien wäre der deutsche CO2-Ausstoß auch heute deutlich höher. Daher ist der konsequente Ausbau der Erneuerbaren der einzige richtige Weg, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Es besteht kein Zweifel daran, dass Erneuerbare Energien die alles entscheidende und schon heute erfolgreichste Klimaschutzmaßnahme sind.“, so Fells Fazit.  

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