Protest gegen Kraftwerksneubau

Um die Energiewende in ganz Europa voranzutreiben, besagt eine neue Richtlinie der Europäischen Union, dass bis zum Jahr 2020 35 Prozent der Energie, die gewonnen wird, aus erneuerbaren Energiequellen stammen soll. In Deutschland ist man schon ganz vorne mit dabei, denn die Atomkraftwerke des Landes werden in den nächsten zehn Jahren alle abgeschaltet und auch andere Kraftwerke sollen wegfallen. Doch es gibt immer wieder Ausnahmen, wie im Fall Datteln.

Schon 2007 wurde in Datteln in Nordrhein-Westfalen der erste Grundstein zum Neubau eines Kohlekraftwerks gelegt. Die Bürger der Umgebung versuchen sich seitdem vehement gegen das Projekt zu wehren, denn von der Energiewende verspricht man sich schließlich auch viel im Kampf gegen den Klimawandel. Neue Kohlekraftwerke passen da nicht mit ins Bild und vor der eigenen Haustür will man diese umweltverschmutzenden Energieförderer sowieso nicht haben.

Erst gestern versammelten sich wieder 400 Menschen zu einem neuen Protest gegen den Kraftwerksneubau. Datteln IV heißt das Projekt, das sie verhindern wollen, deshalb liest man auf zahlreichen Plakaten die Parole: Datteln IV darf nie ans Netz! Organisiert wurde die Demonstration von Verbänden und Parteien aus Datteln direkt und aus verschiedenen Nachbarstädten. „Heimleuchten“ hat man den Protest getauft, mit dem man den Politikern den rechten Weg weisen will. Schließlich liegt gegen den Kraftwerksneubau ein Urteil des obersten Verwaltungsgerichts vor, wobei dieses von der Verwaltung und Politik aber einfach nicht umgesetzt wird.

Die Demonstrierenden halten dies für ein reines Verbrechen und bilden eine 600 Meter lange Lichterkette entlang des Dortmund-Ems Kanals. Selbst wenn man die juristischen Gründe gegen das Kraftwerk außer Acht lässt, so ist doch der Neubau eines solchen Grundlastkraftwerks in einem Land, das tagtäglich von der Energiewende spricht, nicht mehr zeitgemäß. Stattdessen sollte man sich auf den Bau kleiner, umweltfreundlicher Gaskraftwerke konzentrieren. Diese könnten die erneuerbaren Energien beim Grundumsatz unterstützen.

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