Kritische Töne vor UN Umweltkonferenz in Rio

In einigen Tagen beginnt in Rio de Janeiro die Konferenz der Vereinten Nationen über nachhaltige Entwicklung, die kurz und bündig auch als Rio+20 bezeichnet wird. Die Vereinten Nationen werden hier zusammen kommen, um unter anderem über die Sicherstellung erneuerten politischen Engagement für nachhaltige Entwicklungen, die Erfassung des Fortschritts sowie anhaltender Probleme bei der Umsetzung bereits beschlossener Ziele und die Adressierung neuer und entstehender Herausforderungen zu diskutieren. 

Die Stimmung vor der Konferenz ist eher wechselhaft. Pessimisten gehen nicht davon aus, dass sich in Umweltfragen und besonders in Bezug auf erneuerbare Energien und den Klimaschutz viel tun wird. Der frühere Vorsitzende des Umweltausschusses Ernst Ulrich von Weizsäcker sagte zum Beispiel bereits im Vorfeld, dass mit Ausnahme der Europäer und einiger weniger Entwicklungsländer niemand ein sichtbares Interesse an dem Erfolg des Gipfels habe. Die Umwelt werde überall mit den Füßen getreten und deshalb sei nicht zu erwarten, dass bei dem Treffen etwas herauskommt. Wachstum sei den meisten Ländern, unter anderem Brasilien, Russland, Indien, China (die Bric Staaten) und Südafrika einfach zu wichtig. Die Umwelt bleibt dabei meist auf der Strecke.

Europa plant, in Bezug auf die so genannte „Green Economy“, genaue Ziele festzulegen, doch die meisten anderen Länder spielen hierbei nicht mit, weshalb sich die internationalen Verhandlungen als schwierig herausstellen dürften. Viele fürchten neue Handelshemmnisse durch strenge Umweltauflagen und unter den Entwicklungsländern gibt es einige, die meinen, die Industriestaaten würden die grünen Technologien nur dafür nutzen, neue Märkte zu schaffen. Ab dem 20. Juni wird sich herausstellen, wie viel die Konferenz der UN tatsächlich bringen wird.

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