Meeresboden vor Fukushima soll zubetoniert werden – letzte Chance oder einfach nur der blanke Wahnsinn?

Am 11. März jährt sich zum ersten Mal die Tsunamikatastrophe in Japan, die sich aufgrund der schweren Schäden in einer Atomanlage in Fukushima zum schwersten Atomunglück seit Tschernobyl  vor über 25 Jahren entwickelte. Für die Japaner, aber auch für die ganze Welt, kam das Unglück überraschend und doch hätte man vorhersehen können, dass das nah am Meer gelegene Kraftwerk alles andere als sicher war. Die Mängel, die nach dem Unglück festgestellt wurden, hätten nicht ignoriert werden dürfen.

Ausgelöst worden war die Katastrophe durch ein Erdbeben, das daraufhin einen Tsunami verursachte, der die Atomanlage schwer beschädigte. Die vielen Menschen, die ihre Angehörigen und Häuser verloren hatten, sahen sich nun zusätzlich mit einem ganz anderen Problem konfrontiert: der Radioaktivität, die unaufhaltsam aus dem Reaktor austrat, und dies auch heute, beinahe ein Jahr nach dem Unglück, noch immer tut. Die Aufräumarbeiten dauern bis heute an, die japanische Regierung sagt sogar voraus, es solle noch bis Anfang 2014 dauern, bis die Entsorgung des Schutts und der Trümmer abgeschlossen sei.

Betreiber Tepco will den Meeresboden in der Bucht vor Fukushima zubetonieren – 73.000 km² betroffen

Doch nicht nur die Menschen und die Umwelt an Land sind betroffen, auch das Meer ist der Leidtragende, da im Zuge der Katastrophe radioaktives Wasser zurück in den Ozean gespült wurde. Um die weitere Kontaminierung des Ozeans zu verhindern, hat man sich nun etwas ausgedacht. Und zwar soll der Meeresboden in der Bucht von Fukushima, in dem bei Messungen eine relativ hohe Konzentration radioaktiver Stoffe festgestellt wurde, schlicht und einfach zubetoniert werden. Diese Idee kommt von keinem Geringeren als Tepco, dem Betreiber der Atomanlage. Kritiker bezeichnen es als eine äußerst drastische Methode, doch dies scheint möglicherweise die einzige Möglichkeit zu sein, den Meeresboden vor der größtenteils zerstörten Anlage noch zu retten.

Man stellt sich derzeit vor, den Meeresboden mit einer 60 Zentimeter dicken Betonschicht zu versiegeln. Tepco teilte mit, es solle sich dabei um eine Fläche von 73.000 Quadratmetern handeln, das entspricht etwa zehn Fußballfeldern. Diese Idee klingt zunächst einmal unrealistisch, und ob sich der ohnehin stark in der Kritik stehende Betreiber Tepco mit seinen Plänen durchsetzen kann, ist fraglich, doch möglicherweise ist es wirklich die einzige Chance, die man noch hat, um das Meer vor Fukushima vor Schlimmerem zu bewahren.

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