Zwei Meiler, zwei Sicherheitsrisiken

Nur noch neun Jahre, dann soll das letzte deutsche Atomkraftwerk endlich abgeschaltet werden. Der Atomausstieg kam für viele überraschend. Für Anti-Atomkraft Aktivisten war es eine freudige Überraschung. Doch die kurzweilige Euphorie ist schnell verpufft, denn der Stresstest, der nach dem Unfall im japanischen Kraftwerk von Fukushima auch in zahlreichen europäischen Atommeilern durchgeführt wurde, hat einmal mehr gezeigt, wie viele Mängel diese tatsächlich aufweisen.

Darunter auch deutsche Reaktoren, die noch einige Jahre am Netz bleiben sollen. Zwei dieser Fälle waren in den vergangenen Wochen öfter in den Medien zu finden, das schleswig-holsteinische Atomkraftwerk Brokdorf und der niedersächsische Meiler Grohnde. Und beide Male sind die Nachrichten nicht positiv.

Beiden Atomkraftwerken werden zu große Mängel zugeschrieben, als dass sie noch bis in ein paar Jahren gefahrenfrei in Betrieb bleiben könnten. Im Falle Brokdorf hatte erst vor kurzem ein Diplomingenieur im Auftrag der Anti-Atom Organisation „ausgestrahlt“ eine gutachterliche Stellungnahme über die Lage im AKW genommen. Er listet darin ganze 21 mögliche Unfallszenarien auf, die zu einer Kernschmelze führen könnten. Er sprach sich dafür aus, das Kraftwerk noch vor dem Jahr 2021 abzuschalten, da es für ganz Norddeutschland ein gewaltiges Sicherheitsrisiko darstelle.

Auch im niedersächsischen Grohnde sieht die Lage ähnlich aus. Eine Studie zu Defiziten des AKW Grohnde besagt, dass der Meiler keinen ausreichenden Schutz gegen Hochwasser und Erdbeben bietet. Schon seit 1994 sei der Reaktor nicht mehr genehmigungsfähig. Die Funktionsfähigkeit der Notfallmaßnahmen sei nicht gewährleistet. Der Katastrophenschutzplan für das Kraftwerk sieht beispielsweise Evakuierungen im Umkreis von 10 Kilometern vor, sollte es zu einem Unfall kommen. Mit erheblicher Strahlung wäre aber noch in einem viel größeren Bereich um Grohnde zu rechnen.

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