Nach Obamas Visite: Kosteneffizienz vor Klimaschutz

Der US – Präsident ist wieder in Washington und zurück bleiben einige Fragen. Beispielweise die Frage nach dem internationalen Klimaschutz. Bei seiner Rede am Brandenburger Tor thematisierte Obama auch diese Problematik, allerdings zum Unmut von vielen Klimaschutzanhängern.

Fracking ist angesagt

In den Vereinigten Staaten ist sie mittlerweile weit verbreitet. Die neue Methode der Öl – und Schiefergasgewinnung aus den tiefen Erdschichten, kurz Fracking. Die US – Regierung und vor allem auch Obama selbst machen kein Geheimnis daraus, dass Fracking auch staatlich gefördert wird. Obwohl die Internationale Energieagentur (IEA) bereits Studien veröffentlichte welche belegen, dass auch die Fracking Vorräte langfristig keine Energiewende verhindern können, wird in den USA weiterhin viel Geld in die neuen Erschließungsverfahren gesteckt. Die derzeitige Entwicklung auf dem amerikanischen Energiemarkt ist nicht unbedingt nachvollziehbar. Denn schon Anfang der 1960er Jahre wurden in Kalifornien die ersten solarthermischen Kraftwerke installiert. In den 90ern waren die Vereinigten Staaten sogar Weltmarktführer im Bereich der erneuerbaren Energien. Durch sinkende Gaspreise Mitte der 1990er Jahre nahm der Boom für regenerative Technologien allerdings ein jähes Ende. Die Zahlen bestätigen es, im Jahr 2010 sind gerade einmal 10 Prozent des gesamten Energieverbrauchs der USA auf erneuerbare Energien zurück zu führen.

Obamas Vorstellung von Klimaschutz

In seiner Antrittsrede nannte Obama auch den Klimaschutz als eines seiner langfristigen Ziele. Doch wie definierte er dies? Anders als in Deutschland geht es ihm weniger um „saubere Energie“ sondern eher um Versorgungssicherheit und Kosteneffizienz. Dabei betonte der US – Präsident immer wieder die Bedeutung amerikanischer Energiereserven. Zur Gewährleistung der Unabhängigkeit von Krisengebieten wie dem Nahen Osten in Bezug auf fossile Ressourcen, fördert Obama auch umweltschädlichere Technologien. Vielen ist nicht bewusst, dass er dabei auf einer Wellenlänge mit der Bundeskanzlerin ist. Auch wenn im Wahlkampf selten von fossilen Energien oder gar Fracking geredet wird, ist man sich auch in der deutschen Regierung einig, dass die neue Technologie einiges an Versorgungssicherheit und Unabhängigkeit von Gasimporten gewährleisten kann und daher nicht zu vernachlässigen sei. Wie die Umwelt  damit umgeht ist eher nebensächlich.

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