Nachhaltigkeit als neue Unternehmensstrategie

Um die nötige Dynamik in einer zukunftsfähigen Wirtschaft zu erreichen, sind politische Bemühungen allein nicht wirksam genug. Die Politik kann lediglich für günstige und förderliche Rahmenbedingungen sorgen, die eigentliche Umsetzung kommt den direkten Beteiligten zu, vor allem den Unternehmen. Möglichkeiten sich aktiv an einer energieeffizienten, klimafreundlichen und wettbewerbsfähigen Entwicklung zu beteiligen, haben Unternehmen durch die Kombination aus nachhaltigen Produkten, Prozessen und Handlungen. Praktische Umsetzungsbeispiele gibt es schon jetzt, denn viele Unternehmen haben bereits erkannt, dass die Transformation des Energiesystems und des gesamtgesellschaftlichen Ressourcenbewusstseins auch neue Wachstumsmärkte hervorbringen.

Beispiel: Grüne Bahncard

Ein Beispiel aus der Praxis ist die von der Bahn gewollte „Grüne Bahncard“. Sie soll zusätzlich zur bisherigen Bahncard angeboten werden und den jeweiligen Besitzern die Sicherheit geben mit 100 Prozent Ökostrom zu reisen. Ein anderes Beispiel ist der Ökostromtarif des norddeutschen Energieversorgers EWE. Der „Naturwatt“ genannte Tarif, setzt vollständigen auf erneuerbaren Strom und ist günstiger als der Grundversorgungstarif. Die Gründe, aus welchen die Unternehmen derartige Innovationen einführen sind sehr unterschiedlich. Zumeist ist es aber ein Mix aus verschiedenen positiven Effekten, die derartige Umstellungen nach sich ziehen. So verbessert sich das Image des Unternehmens, da der Großteil der Kunden ökologische Verantwortung positiv beurteilt. Zudem bringt beispielsweise eine erhöhte Energieeffizienz auch ökonomische Vorteile. Prozessoptimierung, erhöhte Effizienz und ein geringerer Ressourcenverbrauch eröffnen enorme Einsparpotentiale.

Jede Branche kann sich beteiligen

Auch wenn die größten Potentiale in der Energiebranche liegen, sind nachhaltige Potentiale auch in anderen Sektoren vorhanden. So hat die Otto Gruppe schon 2007 eine Klimastrategie entwickelt, welche im Zuge von Effizienzsteigerungen dafür sorgen soll, dass bis 2020 50 Prozent weniger Kohlenstoffdioxid ausgestoßen werden. Bei dem Logistikunternehmen Hermes hat man eine ähnliche Strategie. Verschiedenen technische und logistische Veränderungen, die teils bereits umgesetzt sind oder noch entwickelt werden sollen dafür sorgen, dass auch bei Hermes die Treibhausgasemissionen sinken. So verwendet Hermes bereits alternative Antriebe, neueste Technologien zur Routenoptimierung oder modernere und damit effizientere Transportfahrzeuge.

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