Neu trifft auf alt

Hat die Entlassung des ehemaligen Umweltministers Norbert Röttgen von der CDU der Energiewende tatsächlich einen zusätzlichen Schub gegeben oder verlangsamt diese Maßnahme der Kanzlerin die Entwicklung in Deutschland? Viele sind sich sicher, dass ein neuer Umweltminister auch ein neues Glück bedeutet. Atomgegner hoffen darauf, mit ihm zu verhandeln und den Atomausstieg und Endlagerfragen voran zu treiben und die Branche der erneuerbaren Energien verspricht sich einen schnelleren Ausbau. Peter Altmaier wird möglicherweise nicht all diese Punkte erfüllen können, doch dass ihm eine große und wichtige Aufgabe als neuer Umweltminister bevorsteht, dürfte ihm und allen anderen klar sein. 

Die Energiewende ist einer der Punkte der deutschen Politik, der oberste Priorität genießt. Es dürfte deshalb ein großer Druck auf dem zukünftigen Minister lasten. Bundespräsident Joachim Gauck versuchte Altmaier diesen zu seinem Amtsantritt jedoch erst einmal zu nehmen. Deutschland und auch die Regierung müssen Geduld beim Umsetzen der Energiewende haben, sagte er. Die Wende in einem Jahr oder auch einigen Jahren komplett zu vollziehen, könne niemand erwarten. Dafür müsste viel politische Energie aufgewendet werden. Dies betonte das deutsche Staatsoberhaupt bei der Überreichung der Ernennungsurkunde an Altmaier.

Doch Gauck hatte nicht nur ermunternde Worte für den zukünftigen Umweltminister übrig, sondern auch dankende und lobenden für den scheidenden Röttgen. Der Politiker habe seiner Meinung nach noch früher als die meisten anderen erkannt, dass es Zeit für eine Energiewende sei. Er habe dann den Ausbau der erneuerbaren Energien leidenschaftlich vorangetrieben und seinen Job sehr gut gemacht. Wie der Ministerwechsel sich auf den weiteren Verlauf auswirken wird, muss sich in den kommenden Monaten zeigen.

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