Neue Industriebefragung des VCI: Die Energiewende darf nicht zu Kosten der Arbeitnehmer umgesetzt werden

Das Nürnberger Marktforschungsinstitut trend&motives hat im Auftrag des Verbands der Chemischen Industrie (VCI) Anfang November eine Befragung zur Energiewende durchgeführt, die nun veröffentlicht wurde. Dabei wurden 700 Führungskräfte und Nachwuchsführungskräfte aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Wirtschaft und Medien zur Umsetzung der Energiewende befragt. Auch bei dieser Studie zeigt sich wieder das Bild, welches auch andere ähnliche Umfragen ergaben. Der Großteil der Unternehmen steht hinter der Energiewende, allerdings nur falls der Wirtschaftsstandort Deutschland dadurch nicht gefährdet wird. Dass heißt, die Befragten priorisieren sichere Arbeitsplätze und eine hohe Wirtschaftsleistung vor der Umsetzung der Energiewende.

Energiewende nur auf Platz 6 der wichtigsten Aufgaben für die neue Bundesregierung

Die Umfrage zielte unter Anderem darauf ab zu erfahren, welche Aufgaben die Führungskräfte als prioritär für die zukünftige Legislaturperiode betrachten. Dabei zeichnete sich ein deutliches Bild ab. Jeweils 22 Prozent der Befragten sehen die Sicherung und Schaffung von Arbeitsplätzen sowie die Stärkung des Wirtschaftsstandortes Deutschland als wichtigste Aufgaben an. Auch die Grundsicherung von Renten und Löhnen hat unter den Teilnehmern der Befragung hohe Priorität und folgt auf dem dritten Platz mit 20 Prozent. Danach folgen die Konsolidierung des Staatshaushaltes mit 11 Prozent sowie die Erzielung von Fortschritten im Klimaschutz mit 10 Prozent. Lediglich 8 Prozent der Befragten ordnen der Umsetzung der Energiewende die höchste Wichtigkeit zu.

Die Energiewende ist wichtig – aber nicht um jeden Preis

Der Hauptgeschäftsführer des VCI, Utz Tillmann, fasste das zentrale Ergebnis der Studie wie folgt zusammen: „Die erfolgreiche Umsetzung der Energiewende ist ein wichtiges Ziel – aber nicht um jeden Preis. Sie muss mit einer Stärkung des Industrielandes Deutschland und der Sicherung von Arbeitsplätzen einhergehen. Das unterstreicht die Umfrage ganz eindeutig“. Damit zeigt sich, dass in den deutschen Führungsetagen die wirtschaftlichen Ziele weiterhin eine weit höhere Priorität inne haben, als ökologische Zielsetzungen.

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