Neue Runde in der Strafzolldebatte: Solarworld Chef ist gegen ein Entgegenkommen

Wie an dieser Stelle schon einmal berichtet, schien sich die Debatte um Strafzölle auf chinesische Solarmodule welche nach Europa importiert werden langsam zu beruhigen. Die Zeichen standen auf Einigung, da die Europäische Union eine chinesische Vergeltung nicht riskieren wollte. Anders als viele Politiker, sehen die europäischen Unternehmer innerhalb der Solarbranche diesen Weg mehr als kritisch. Solarworld Chef Asbeck  packt nun aus und ist dabei mehr als deutlich.

Die Solarbranche wäre nur der Anfang

Asbeck geht davon aus, dass die Strafzölle gegen China das geeignete Mittel sind, um frühzeitig ein Exempel zu statuieren. Falls das nicht geschieht so „rollt Peking eine Industrie nach der anderen auf“ wie der Solarworld Chef unlängst der Süddeutschen Zeitung mitteilte.

Demnach finanziert China seit nunmehr drei Jahren ihre Industrie in derartiger Weise, das die Verkaufspreise unter den Herstellungskosten liegen. Damit liegt unlauterer Wettbewerb vor, Asbeck meint „China raubt unsere Industrien.“ Aus diesen Behauptungen heraus wehrt sich Asbeck vehement gegen das Ausbleiben der Strafzölle. Er vermutet ansonsten weitere Pleiten in der europäischen und deutschen Solarbranche.

Sollte China es schaffen langfristig ein Monopol auf dem Markt für solaren Strom zu etablieren, so müssten auch die Verbraucher mit höheren Preisen rechnen. Unter Monopolbedingungen würden sich die Preise nicht mehr nach Angebot und Nachfrage richten, sondern nach der Monopolrente die Chinas Industrie anstrebt.

Asbecks Gegenspieler verweisen auf wirtschaftliche Konsequenzen

Organisiert sind die Schutzzollgegner im Branchenverband „Afase“. Hier bezieht man sich vorrangig auf Prognosen aus Brüssel welche nachweisen sollen, dass Schutzzölle dazu führen würden dass sich die Preise für Solaranlagen erhöhen würden und daher höhere Kosten für die Unternehmen entstehen.

Das würde wiederrum zu tausenden Arbeitslosen europaweit führen. Laut dieser Wirkungskette wäre auch Solarworld negativ durch die Schutzzölle beeinflusst. Hier plädiert man allerdings weiterhin für diese.

Die bisherigen Entwicklungen sprechen durchaus für die Vermutungen Asbecks, denn seit die chinesische Billigkonkurrenz auf dem europäischen Markt aktiv ist, sind viele Firmen bankrott gegangen und sogar namenhafte Anbieter wie Bosch und Siemens mussten ihre Solarsparten schließen.

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