Neue Strom-Autobahnen für Deutschland?

Seit die Energiewende anrollt, kommen auch immer neue Fragen auf: wohin mit den alten Kernkraftwerken? Welche Öko-Energie ist die beste? Wie kann man privat am besten Ökostrom nutzen? Und wie gelangt der Ökostrom der großen Konzerne quer durch das Land?

Die letzte Frage wurde nun beantwortet und zwar wollen die großen Konzerne nun auf eine Technik zurück greifen, die man bereits in Indien und Russland nutzt. In solchen Flächenstaaten werden bereits sogenannte Strom-Autobahnen benutzt. Auch Deutschland soll nun drei solcher Autobahnen bekommen. Auf diese Weise soll Strom, der im Norden und Osten von Deutschland produziert wird, auch in den Westen und Süden gelangen.

Großkonzerne rüsten auf

Den Bau dieser Strom-Autobahnen hatte sogar die Bundesregierung gefordert, so dass die Konzerne reagieren mussten. Die großen Konzerne wie Tennet, eine ehemalige Tochtergesellschaft von E.on, hat bereits eine Strom-Autobahn in Planung. Die Umsetzung kann allerdings mehrere Milliarden Euro kosten. Genauere Pläne wurden allerdings erst im Frühjahr 2012 veröffentlicht werden.

Der Konzern 50 Hertz, der wiederum eine Tochtergesellschaft von Vattenfall war, plant eine Leitung aus dem Magdeburger Raum bis zum Rhein-Main-Gebiet. Etwa eine Milliarde Euro muss der Konzern dann investieren. Eine Baugenehmigung besteht allerdings schon.

Strom aus Afrika

Wenn der Bau dieser Strom-Autobahnen so funktioniert, wie es sich Ingenieure und Konzerne wünschen, könnte es schon bald passieren, dass die deutschen Verbraucher ihren Strom aus Nordafrika bekommen, der dort via Solarzellen gewonnen wird. Wasserkraft würde wiederum aus Norwegen stammen und Windstrom kann von Norddeutschland exportiert werden.

Der einzige Nachteil wären dann die Hochspannungsgleichstromleitungen, die einen Stromverlust über lange Strecken verhindern sollen. Wieder stellt sich also die Frage, wie viel die Verbraucher bereit sind zu geben, um wirklich zu 100 Prozent erneuerbaren Strom zu bekommen. Denn auch die Kosten für den Bau und die Instandhaltung werden gedeckt werden müssen, vermutlich durch Umlagen auf Verbraucher.

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