Neue Studie: 100 Prozent erneuerbare Energie weltweit möglich

Die Umstellung des einst konventionellen Energiesystems auf regernative Energieträger ist eine Mammutaufgabe. Doch auch wenn das Projekt sehr anstrengend und sicherlich nicht leicht umsetzbar ist, so sind die Vorteile die mit den neuen Energien einhergehen für die zukünftige Entwicklung unserer Zivilisation von hoher Wichtigkeit.

Eine aktuelle Studie der Umweltschutzorganisation Greenpeace die in Kooperation mit dem Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) erstellt wurde zeigt, dass die erneuerbaren Energien bis 2050 zu 100 Prozent die weltweite Energie erzeugen könnten. Sicherlich ein Best-Case Szenario, nichtdestotrotz zeigt die Studie welches Potential die weltweite Energiewende birgt.

Erneuerbare sind konkurrenzfähig

Die Experten von Greenpeace sind sich sicher, dass die erneuerbaren Energien mittlerweile aus den „Kinderschuhen“ herausgewachsen sind und durchaus mit konventionellen Energieformen erfolgreich konkurrieren können. „Die Erneuerbaren Energien sind inzwischen erwachsen und können mit klimaschädlichen Kohlekraftwerken und riskanten Atommeilern konkurrieren.

Wir dürfen nicht zulassen, dass Kohle- und Atomlobbyisten Regierungen daran hindern, jetzt rasch den Weg in eine saubere, sichere und wirtschaftliche Energiezukunft zu gehen“, behauptet beispielsweise Sven Teske, welcher Hauptautor der Studie ist, in einem Interview mit der Seite haustechnikdialog.de.

Betrachtet man die Erzeugungskosten, so sind die Erneuerbaren seit jeher günstiger als die konventionellen Energien. Lediglich die Atomkraft kann hier mithalten, wobei die Kosten eines potentiellen GAUs kaum einzuschätzen wären. Die erneuerbaren Energien werden seit Beginn der Energiewende staatlich gefördert, wobei der Zuschuss auf den Verbraucher umgelegt wird, was den Endverbraucherstrompreis erhöht. Viele Stromkunden vermuten daher, dass die erneuerbaren Energien den Strompreis in die Höhe treiben.

Dies ist allerdings eher der umgekehrte Fall, zumindest dann, wenn die Subventionierung entfällt. Durch die allmähliche Refinanzierbarkeit der Erneuerbaren erwägt man nun auch in Deutschland zeitnah Ausschreibungsverfahren einzuführen und die vollumfängliche Subvention auslaufen zu lassen. Ein deutliches Zeichen dafür, dass auch die Politik der Ansicht ist, dass die erneuerbaren Energien mittlerweile durchaus konkurrenzfähig sind.

Weltweite Energiewende spart Kosten

Die Greenpeace Studie hat errechnet, dass ein globale Energiewende zwar auf den ersten Blick teuer ist, in der Gesamtrechnung allerdings sogar Kosten einspart. Eine weltweite Energiewende bis 2050 benötigt ungefähr eine Billion Dollar jährliche Investitionen. Gleichzeitig würden allerdings jährlich 1,07 Billion Dollar an Brennstoffkosten eingespart werden. Letztlich resultiert also ein deutlicher Einspareffekt.

Zudem weisen die Autoren der Studie darauf hin, dass durch die Energiewende viele neue Arbeitsplätze entstünden. Laut Prognose wären im Jahr 2050 nur noch 28 Millionen Menschen weltweit in der Energiebranche aktiv, falls man weiterhin so verfährt wie aktuell, wird allerdings die Energiewende beschleunigt, so könnten 2050 bereits 48 Millionen Menschen einen Job in der Energiewirtschaft haben, ein sattes Plus von 20 Millionen Arbeitsplätzen.

Insbesondere der Windenergiemarkt, und damit Deutschlands Vorzeige EE-Sektor, würde verstärkt vom der globalen Energiewende profitieren. „Folgt die Welt dem Energy-Revolution-Szenario, wird sich der globale Windenergiemarkt bis 2030 vervierfachen. Für Deutschland ist die nationale und die globale Energiewende eine Riesen-Chance“, meint Sven Teske von Greenpeace.

Weitere Vorteile durch globale Energiewende

Die ökonomischen Effekte sind allerdings nur ein Teil der Vorteile die eine weltweite Energiewende mit sich bringt. So wird der Treibhauseffekt eingedämpft, was Naturkatastrophen wie Überschwemmungen, Dürren oder Stürme begrenzt und damit auch die Kosten, die durch derartige Katastrophen entstehen, vermindert.

Erst vor kurzem zeigte eine andere Studie, dass auch die Gesundheitssysteme von der Energiewende profitieren, etwa dadurch dass weniger Menschen durch eine zu hohe Luftverschmutzung krank werden. Mit der Studie will Greenpeace vor allem der kommenden UN-Klimakonferenz in Paris Impulse geben.

Erstmals soll im Rahmen des Treffens ein gemeinsames Klimaabkommen von 200 Staaten unterzeichnet werden. Mit dabei sind auch die großen Emittenten wie die USA, China und Indien. Viele Umweltschützer und Energiewende-Befürworter hoffen auf ein wegweisendes Signal, dem Klimawandel weltweit den Kampf anzusagen. Die Greenpeace-Studie will aufzeigen, wie es gehen könnte.

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