Neuer Rekordwert: EEG-Umlage für 2014 ist veröffentlicht

Heute teilten die vier Übertragungsnetzbetreiber die EEG-Umlage für das Jahr 2014 offiziell mit. Was vorher schon spekuliert wurde ist nun Gewissheit, die Umlage steigt erstmals über 6 Cent pro Kilowattstunde auf 6,24 Cent pro Kilowattstunde Strom. Daraus ergibt sich eine Mehrbelastung von 35 Euro jährlich, geht man von einem deutschen Durchschnittshaushalt aus. Ein Durchschnittshaushalt verbraucht laut Statistik etwa 3.500 Kilowattstunden jährlich und besteht aus 3 Personen. Im Einklang mit der EEG-Umlage steigen auch die Netzumlage und das Steueraufkommen für Strom, sodass ein Durchschnittshaushalt in Summe mit etwa 75 Euro Mehrkosten pro Jahr rechnen muss.

Woran liegt die Erhöhung?

Die Steigung der Ökostromumlage und damit auch des Verbraucherstrompreises lässt sich an drei Hauptgründen erklären. Die politisch verfolgten Ziele im Kontext der Energiewende führen dazu, dass zunehmend Solar- und Windkraft sowie andere erneuerbare Energieträger für die Deckung der Stromnachfrage sorgen. So steigen die Anteile der erneuerbaren Energieträger an der Bruttostromerzeugung bereits seit 1990 kontinuierlich. Eine positive Entwicklung, die allerdings mit Kosten verbunden ist, denn die erneuerbaren Energieträger können sich auf der Grundlage des derzeitigen Marktdesigns an den Großhandelsmärkten für Strom nicht refinanzieren. Grundsätzlich kurios, da die erneuerbaren Energieträger aufgrund geringer beziehungsweise nicht existenter Brennstoffkosten und Kosten für Emissionsrechte sehr billig sind.

Weshalb keine Refinanzierung?

Allerdings ist das Risiko regenerativer Energieträger im Betrieb höher, da diese von unvorhersehbaren Wettererscheinungen abhängen. Die trifft fast ausschließlich auf Wind- und Solarenergie zu, die allerdings auch die günstigsten Energieträger sind. Um diesem Risiko entgegen zu wirken und trotzdem einen Ausbau zu pushen, versprach das EEG in seiner bisherigen Form fixe Einspeisetarife für Regenerativenergie. Die EEG-Umlage spiegelt diesen fixen Einspeisetarif wider, denn sie deckt die Differenz zwischen Tarif für die Erneuerbaren und eigentlichen Börsenpreis ab. Dieser Börsenpreis sinkt seit einiger Zeit, was auf das derzeitige Überangebot an Stromproduzenten zurück zu führen ist. Denn es kommt immer mehr regenerative Energie hinzu und es wird nicht im gleichen Maße an konventioneller Energie abgebaut. Strom ist somit nicht knapp, was den Preis sinken lässt. Zudem führen die geringen Kosten von Ökostrom zusätzlich zum Preiseinbruch. Die Differenz zahlt vor allem der Verbraucher, da die großen Stromfresser, dass heißt die energieintensiven Unternehmen eine Befreiung von der EEG-Umlage beantragen können und dies auch immer öfter machen. Laut BDEW, einem Branchenverband der Energiewirtschaft, tragen die Haushalte 7,2 Milliarden Euro an der Umlage und die Industrie lediglich 6,1 Milliarden Euro. Auf dieser Grundlage sind in jüngster Vergangenheit viele Forderungen zur Änderung des EEG laut geworden.

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