Bau der Nord Stream hat begonnen – Eurasien wächst weiter zusammen

Nord Stream
Nord Stream Eröffnungsfeier

Unter der Bezeichnung Nordeuropäische Gaspipeline (NEGP) wurde am 9. April der Baubeginn an der Gas-Pipeline Nord Stream in der Portowaja-Bucht nahe der finnischen Grenze gefeiert.

Die Eröffnungsfeier wurde unter anderem in Anwesenheit von Ex-Bundeskanzler Gerhard Schröder, heute Vorsitzender des Aktionärsausschusses des Betreiberkonsortiums von Nord Stream, und Russlands Präsident Dmitri Medwedew abgehalten.

Umweltschützer haben Bedenken bei dem Nord Stream Projekt

Der Bau der rund 1220 Kilometer langen Nord Stream Pipeline von Wyborg in Russland bis nach Lubmin bei Greifswald mit einem Gesamtvolumen von rund 7,4 Milliarden Euro wird von Umweltschutzverbänden und Aktivisten kritisiert, da die Verbindung durch den Greifswalder Bodden führt. Dabei geht es vor allem um die geplante Jahresleistung von 55 Milliarden Kubikmetern Gas, die bei einem Leck oder Unfall verheerende Schäden verursachen könnten.

Das Naturgebiet gilt als ökologisch äußerst sensibel. Bisher war lediglich geplant, die Nord Stream Pipeline auf einer Strecke von rund 27 Kilometern unterm Meeresboden des Boddens zu vergraben. Nach zahlreichen Klagen werden nun die beiden gigantischen Stränge der Doppelleitung auf der kompletten Breite der Trasse durch das Naturschutzgebiet vergraben; zusätzlich wurde die ursprünglich geplante Bautiefe von 14 Metern auf 17,5 Meter erweitert.

Ernst zu nehmende Sicherheitsbedenken bei der Nord Stream Pipeline

Dies soll außerdem die Sicherheit sowohl für die Region als auch die Pipeline erhöhen: Denn die Leitung kreuzt ein Munitionsübungsgebiet der Bundesmarine und der NATO in der Ostsee. Darüber hinaus schneidet die Trasse der Nord Stream nach der Änderung die relativ seichte Ausschließliche Handelszone vor Swinemünde und würde über dem Meeresboden verlegt Schiffe mit einem Tiefgang von mehr als 15 Metern gefährden.

Routenänderung lässt das Nord Stream Projekt 100 Millionen Euro teurer werden

Bundeskanzlerin Angela Merkel unterstrich gemeinsam mit dem Vertreter des deutschen-russischen Konsortiums, Gerhard Schröder, dass sich die Kosten für die Änderungen des Trassenverlaufs zu Gunsten des Umweltschutzes auf rund 100 Millionen Euro belaufen. Ob Flora und Fauna den Unterschied spüren werden, bleibt fraglich:

Wie Jochen Lamp, Leiter der WWF-Ostseebüros in Stralsund, erklärte, würde durch die Verlegung der Nord Stream Gas Pipeline das Baggergut gleich zweimal bewegt und der Meeresboden auf dem Verlauf daher regelrecht verwüstet. Der WWF will die Bauarbeiten und die Auswirkungen auf die Meeresumwelt genau beobachten in entsprechenden Gutachten festhalten.

Quellen:
http://www.wieninternational.at/de/node/14315

http://de.euronews.net/2010/04/09/baubeginn-der-gaspipeline-nord-stream/

http://www.n-tv.de/wirtschaft/Festakt-fuer-Ostsee-Gaspipeline-article816350.html

http://www.russland.ru/negp/

http://www.handelsblatt.com/newsticker/unternehmen/absatz-nord-stream-aendert-trassenfuehrung-im-deutschen-abschnitt;2558384

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/nord-stream-russland-und-deutschland-feiern-ostsee-pipeline;2559115

http://www.focus.de/wissen/wissenschaft/klima/ostsee-pipeline-nord-stream-aendert-trassenfuehrung_aid_496702.html

http://www.focus.de/finanzen/news/energie-trassenfuehrung-der-ostsee-pipeline-wird-geaendert_aid_496825.html

Foto: Nord Stream AG, http://www.nord-stream.com/de/press0/picture/ig_action/search_category/ig_category/86.html

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