Nordkorea stimmt Einstellen von Atomtests zu

Das Thema Atomkraft ist erneut in den Medien präsent. Nachdem es in den vergangenen Monaten immer wieder Spekulationen über Atomtests in Nordkorea gegeben hatte, hat sich der kommunistische Staat unter Kim Jong Un nun dazu bereit erklärt, die Atomtests zu stoppen und sich einer internationalen Inspektion zu stellen.

Verhandlungen über das nordkoreanische Atomprogramm mit den Nachbarländern Südkorea und Japan waren in den vergangenen Jahren immer wieder gescheitert und schließlich ganz zum Erliegen gekommen, doch nun sehen die zwei Staaten wieder Hoffnungen aufkeimen, dass es doch zu einer Einigung kommen könnte. Das Einlenken Nordkoreas kommt überraschend. Vor dem Tod Kim Jong Ils Ende des letzten Jahres war an einen solchen Schritt kaum zu denken gewesen. Unter der Regierung seines Sohns und Nachfolgers Kim Jong Un scheint sich nun jedoch einiges zu tun. Die Verhandlungen zum Atomprogramm, an denen auch die USA beteiligt waren, waren in der letzten Woche zum ersten Mal seit dem Machtwechsel wieder aufgenommen worden.

Dort wurde vereinbart, dass Nordkorea Inspektoren der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA) eine Einreise ins Land gewähren wird, sowie Zutritt zur Kernanlage Yongbyon. Hier soll dann von den Inspektoren begutachtet werden, ob ein Moratorium über Urananreicherung und den Start von Langstreckenraketen umgesetzt wird.

Ganz umsonst hat sich Nordkorea aber nicht auf den Deal eingelassen. Im Gegenzug räumten die USA ein, über Lebensmittellieferungen von bis zu 240.000 Tonnen an das Land nachzudenken. Hier leben Millionen von Menschen an der Armutsgrenze, die Versorgung durch Lebensmittel steckt in einer tiefen Krise.

Kritiker haben jedoch ihre Zweifel an dem plötzlichen Einlenken Nordkoreas. Es sei schließlich nicht das erste Mal, dass sich das Land zu einem solchen Schritt bereit erklärt hatte und diesen dann aber doch im letzten Moment nicht begangen habe. Die letzten Atomtests hatten in den Jahren 2006 und 2009 stattgefunden. Ebenso wurde bekannt, dass die Staatsführung an der Anreicherung von Uran arbeitete. Damit und mit der Herstellung von Plutonium wäre Nordkorea dazu in der Lage, Atombomben zu bauen, was im Hinblick auf die politische Lage sowie kaum bestehende Beziehungen ins Ausland Anlass zur Sorge ist.

Man wird sehen, ob sich das Land unter Kim Jong Un nun zum ersten Mal an die Vereinbarungen hält und so zumindest ein Sorgenkind auf dem Gebiet Atomkraft wegfällt.

Tags
Back to top button
Close
Close