Nukleargipfel in Südkorea

Wer sich für das Thema Atompolitik interessiert, wird seine Augen zurzeit auf die südkoreanische Hauptstadt Seoul gerichtet haben, wo dieser Tage die Regierungschefs und Staatsoberhäupter von insgesamt 52 Ländern zu einem Nukleargipfel zusammen gekommen sind. Es soll über eine nuklearwaffenfreie Welt diskutiert werden, der man möglicherweise mit diesem Gipfel ein Stückchen näher kommen will.

Die eigentlichen Fragen derzeit beruhen jedoch eigentlich auf einem anderen Thema. Wie sieht es mit dem Atomvorkommen und den Plänen in den Ländern Nordkorea und dem Iran aus? Dies ist es, was die meisten eigentlich interessiert, aus dem offiziellen Themenblock des Gipfels sollen diese Fragen jedoch rausgehalten werden. Hinter den Kulissen redet trotzdem jeder über kaum noch etwas anderes.

Das eigentliche Ziel des Gipfeltreffens, über eine atomwaffenfreie Welt zu diskutieren, ist jedenfalls noch weiter in die Ferne gerückt als im April vor zwei Jahren, als die Vorgängerveranstaltung in Washington stattfand, die Präsident Obama organisiert hatte.

Vielleicht fühlt sich Obama auch deshalb jetzt bei diesem Treffen dazu verpflichtet, die Zügel in die Hand zu nehmen. Ganz offensichtlich versucht er, Themen wie Nordkorea, Iran und Israel zu vermeiden und stattdessen über die Abrüstung der Vereinigten Staaten und Russlands zu reden. Des Weiteren spricht man über die Gefahr nuklearer Bomben in den Händen von Terroristen. Die räumliche Nähe zum großen Atomopponenten Nordkorea lässt sich jedoch nicht komplett wegschweigen.

Es hatte nach der Machtübernahme des erst Ende 20jährigen Kim Jong Un nach dem Tod seines Vaters Kim Jong Il im Dezember so manchen Anlass zum Optimismus gegeben, nachdem Nordkorea eingewilligt hatte, sein Atomprogramm zu stoppen, wenn sie im Gegenzug Lebensmittelhilfen erhielten.

Nun hat das Regime jedoch den Bau einer neuen Rakete angekündigt, die angeblich einen Satelliten ins All schießen soll, woran man in den USA und Südkorea jedoch nicht glaubt. Ob sich bei dem Gipfel die Themen Nordkorea und Iran noch weiter totschweigen lassen, wird sich in den nächsten Tagen zeigen.

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