Der Ökostrom hat den Härtetest bestanden

Als im vergangenen Sommer ein frühzeitiger Atomausstieg der Bundesrepublik beschlossen wurde, waren die Gegenstimmen alles andere als leise. Man sprach von großen Mengen an Strom, die von nun an teuer aus dem Ausland würden importiert werden müssen, von enorm steigenden Strompreisen und von drohenden Blackouts, wenn es einmal besonders kalt und wenig sonnig ist.

Bereits acht Kraftwerke haben bereits ihre Tore für immer geschlossen. Verbleiben noch neun Anlagen auf deutschem Boden. Mit beinahe der Hälfte weniger an Strom aus Atomkraftwerken sah man sich in diesem Winter schon am Rande einer Katastrophe. Zunächst einmal verlief dieser Winter jedoch relativ mild. Frühlingstemperaturen an Weihnachten und ein milder Jahresanfang. Erst als Ende Januar der Kälteeinbruch kam,  wurden wieder die Stimmen laut, die einen massiven Blackout befürchteten.

Doch dieser trat nicht ein. Ganz im Gegenteil, denn Deutschland schlug sich auch mit einer guten Hälfte an bisherigen Atomkraftwerken über den Winter hinweg erstaunlich gut. Dem europäischen Atomland Frankreich hingegen ging es erheblich schlechter, es musste noch mit deutschem Strom zusätzlich versorgt werden während der Kälteperiode. Dazu trug zu keinem geringen Anteil auch der Ökostrom bei. Energie aus Solarzellen und Windkraftanlagen wurde zum Retter in der Not. Wie sich heraus stellte, verkraftet das System doch weitaus mehr, als man zuvor erwartet hatte. Die deutschen Solarzellen schafften es, an einem sonnigen Tag, den Strom von neun Atomkraftwerken zu ersetzen. Hier spricht man immerhin von keiner geringen Zahl, sondern von 11000 Megawatt.

Eine Stromlücke ist ausgeblieben und somit ist bestätigt, dass der Atomausstieg keinesfalls ein falscher Schritt gewesen ist. Kritiker, die vorher nicht daran geglaubt hatten, dass ein so genannter Härtetest von Sonne und Wind gut bewältigt wird, wurden eines besseren belehrt. Probleme kann es nur dann geben, wenn Gaslieferungen aus Russland ausbleiben, was ebenfalls aufgrund der extremen Kälte in ganz Europa in diesem Winter zu passieren drohte. Glücklicherweise konnten hier die fehlenden Lieferungen durch Öl- und Kohlekraftwerke ausgeglichen werden.

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