Probleme beim Stromnetzausbau

Für die Durchsetzung des endgültigen Atomausstiegs und der daraus resultierenden Energiewende ist der Ausbau der deutschen Stromnetze überaus wichtig. Bei diesem Punkt scheint es jedoch derzeit auch die größten Probleme zu geben, die die Energiewende weiter aufhalten könnten. Der Bau neuer Stromleitungen gerät immer wieder ins Stocken und deshalb spricht jetzt auch die Bundesnetzagentur eine deutliche Warnung aus, dass man mehr Anstrengungen hervor bringen müsse, wenn der Bedarf an Stromleitungen gedeckt werden soll. 

1.800 Kilometer an neuen Leitungen sind geplant, um den Strom aus erneuerbaren Energien, die teils nur recht regional angesiedelt sind, in ganz Deutschland verbreiten zu können. Bisher ist der Ausbau dieser Leitungen jedoch nur zögerlich vorangekommen. Nach Angaben der Bundesnetzagentur seien gerade einmal 214 Kilometer realisiert worden, von denen jedoch auch nur um die 100 im Moment in Betrieb seien. Viele der Projekte zum Netzausbau befinden sich erst in der so genannten Planungsphase, obwohl sie zeitmäßig eigentlich schon längst hätten verwirklicht werden sollen. Wenn der Bedarf der Stromverbraucher in Deutschland auch nach dem kompletten Atomausstieg im Jahr 2022 gedeckt werden soll, so muss noch einiges getan werden.

Windparks gibt es beispielswiese vornehmlich in Norddeutschland. Gerade die Offshore Windparks könnten also große Probleme darstellen, wenn diese nicht durch genügend Stromleitungen mit Süddeutschland verbunden werden können, wo die energieintensivsten Industrien angesiedelt sind. Auch Befürworter des Atomausstiegs und der Energiewende kritisieren immer häufiger, dass man wohl erst dann dazu wirklich bereit sei, wenn es auch mit den Stromverbindungen wirklich klappt. Bis dahin müsste über den Bau zusätzlicher Kraftwerke nachgedacht werden, denn besonders im Winter ist die Gefahr von Stromausfällen groß, wenn auf so genannte Kaltreserven zurückgegriffen werden muss. Diese bestehen aus alten Kraftwerken, die trotz Abschaltung für Notreserven zurück gehalten werden.

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