Probleme in den Kraftwerken

Die deutschen Atomkraftwerke gelten an sich als absolut sicher, und doch werden immer wieder kleine Pannen aufgedeckt, die die Betreiber entweder für unwichtig erklärt oder verschleiert haben. In diesen Tagen wurde ein Zwischenfall im Atomkraftwerk Philippsburg vor zwei Jahren bekannt gegeben.

Es hatte demnach ein Problem mit dem Notkühlsystem gegeben, so der Betreiber EnBW. Dies war zwar rechtzeitig erkannt, jedoch auf einer zu niedrigen Stufe festgehalten worden. Wie sich nun herausstellt, handelte es sich dabei um ein Ereignis der Kategorie E, also Eilmeldung. Das Notspeisesystem zur Kühlung der Anlage hatte damals nicht richtig funktioniert.

Schon im Mai 2009 hatte es im gleichen Block Mängel am Feuerlöschsystem gegeben, die mehr als zwei Wochen lang nicht behoben werden konnten. Das Umweltministerium des Landes Baden-Württemberg gab bekannt, dass in diesem Fall zahlreiche Betriebsvorschriften nicht beachtet worden seien.

Doch Philippsburg ist nicht das einzige Atomkraftwerk, das Probleme bereitet. Auch im Norden Deutschlands, im bereits stillgelegten Kraftwerk Brunsbüttel, war es in der letzten Woche erneut zu einem Skandal gekommen, als man verrostete Fässer mit Atommüll entdeckte. Der Betreiber Vattenfall lenkte jedoch schnell ein und versprach, sofortige Maßnahmen zu ergreifen, um die nötigen Auflagen zu erfüllen.

Nicht nur Deutschland hat mit teils veralteten Kraftwerken zu kämpfen. Bei den französischen Nachbarn, einem ausgemachten Atomstaat mit insgesamt 55 Kraftwerken, werden immer wieder Probleme bekannt, die so nicht auftreten dürften. Im Atomkraftwerk Cattenom kam es am Donnerstag zu einem Zwischenfall, bei dem an einer Stromleitung außerhalb des Kraftwerks ein elektrischer Fehler aufgetreten sei.

Dies sei zwarein Zwischenfall der niedrigsten der insgesamt sieben Stufen, ignoriert werden darf er dennoch nicht. Nach Angaben des Betreibers steht der Block, der von dem Zwischenfall betroffen war, seit dem 18. Februar aufgrund von Wartungsarbeiten still. Bis man den Fehler gefunden hatte, dauerte es beinahe zwei Stunden, also doppelt so lange wie vorgeschrieben.

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