Reaktor im Atomkraftwerk Oi wieder in Betrieb

Für viele Japaner war der gestrige Tag ein erneuter Schicksalsschlag in der Atomkraftgeschichte des Landes. Nach dem verheerenden Unglück von Fukushima im vergangenen März wurde nun erstmalig wieder ein Atomkraftwerk auf japanischem Boden angeschaltet.

Nach der Katastrophe, die durch einen Tsunami vor Japans Küste ausgelöst worden war und die in mehreren Explosionen und einer Kernschmelze in einem der Reaktoren von Fukushima Daiichi endete, waren alle 50 Reaktoren im Land vom Netz genommen worden, damit diese Stresstests und Sicherheitsprüfungen unterzogen werden konnten. Über ein Jahr blieb Japan ein atomfreies Land. Bis gestern.

Die japanische Bevölkerung hat sich zu einem Großteil seit dem Unglück von Fukushima gegen die Atomkraft ausgesprochen. Den meisten wäre es am liebsten, die Reaktoren würden nie wieder hochgefahren werden. Doch die Politiker sahen dies anders und sorgten dafür, dass das Atomkraftwerk Oi wieder ans Netz gehen kann, damit in den heißen Sommermonaten Black Outs vermieden werden können.

Begleitet wurde die Aktion von massiven Protesten vor den Toren des Kraftwerks. Die Zufahrten wurden blockiert und Arbeiter daran gehindert, das Gelände zu betreten, so dass die Polizei einschreiten musste, um das Kraftwerksgelände abzusichern. Die Regierung hatte die Wiederinbetriebnahme des Kraftwerks damit begründet, dass Japan ohne die Atomkraft seinen Lebensstandard nicht halten könne. Man wolle zudem den massiven Ölverbrauch einschränken, der enorm gestiegen war, seit Japan ohne Atomstrom auskommen muss.

Begleitend zu den Geschehnissen in Oi teilte der Betreiber des havarierten Kraftwerks Fukushima, Tepco, am Wochenende mit, dass dort das Kühlsystem für die verbrauchten Brennstäbe ausgefallen sei. Man hofft nun, die Kühlung innerhalb von 70 Stunden reparieren zu können, um austretende Strahlung zu verhindern. So viel zu einer sicheren Atomzukunft für Japan.

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