Plädoyer für die Rettung der Urwälder

Regenwald
Regenwald

„Alle 2 Sekunden wird Wald von der Fläche eines Fußballfeldes zerstört“, warnt Greenpeace Deutschland. Eine unvorstellbare Größe und ein Spiel mit Leben und Tod – in Sekunden schwinden einstige Lebensräume für Menschen, Tiere und Pflanzen.  Ohne Bäume wäre ein Leben auf diesem Planeten nicht möglich. Denn Urwälder sind wahre Schatzkammern: Sie beherbergen den größten Artenreichtum der Erde, sind Heimat vieler indigener Völker und tragen in entscheidendem Maße zur Stabilisierung des Klimas bei, indem sie die Luft filtern, Wasser reinigen und Erosionen verhindern. Wälder sind die grüne Lunge auf Erden und ihr Erhalt ist für eine zukunftsfähige Klimaschutzpolitik unerlässlich. Und doch fallen täglich tausende Bäume der Kettensäge zum Opfer.

Die letzten Urwaldgebiete der Erde

Nur noch 13,5 Millionen Quadratkilometer Urwald existieren auf dem blauen Planeten, was etwa einem Fünftel der ursprünglichen Urwaldfläche entspricht. 80 Prozent wurde also bereits zerstört. Den letzten sieben Urwäldern der Erde droht ein ähnliches Schicksal. Die Urwälder Nordamerikas, der Regenwald am Amazonas, die Bergwälder Chiles, die letzten Urwälder Europas, der Regenwald Zentralafrikas, die Schneewälder Sibiriens und die Regenwälder Südostasiens – es sind die noch verbliebenen, naturbelassenen Waldgebiete der Erde, die sich in Tausenden von Jahren entwickelt und bis heute erhalten haben. Weder Straßen, Siedlungen oder Pipelines noch kommerzieller Holzeinschlag oder Abbau von Bodenschätzen kennen ihre Bewohner. In Jahrhunderte langer Symbiose haben sie sich an ein Leben in und mit dem Wald angepasst.

Kahlschlag – eine gängige Praxis der Holzkonzerne

Der industrielle Holzeinschlag ist mitunter die größte Bedrohung für die tropischen Regenwälder. In steigendem Maße fallen riesige Urwaldflächen der Ölförderung, der Palmölindustrie, dem Staudamm- und Bergbau zum Opfer. Dabei sind illegale Praktiken gängige Regel, da staatliche Kontrollen meist ausbleiben.

Jedoch wer ist für diese rücksichtslose Zerstörung verantwortlich?  Die Zentralen der Konzerne, die sich an den letzten Urwäldern dieser Erde bereichern, befinden sich in den Industrienationen – USA, Japan und der Europäischen Union. Deutschland – drittgrößter Holzverbraucher der Welt – steht dabei an der Spitze weltweiter Urwaldzerstörung, denn die Gier nach Papier steigt unaufhörlich.

Zur Rettung der letzten 20 Prozent an Urwaldfläche müssen Industrie und Regierungen handeln: Ökologische Waldnutzung hat sich bereits in vielen Teilen der Erde bewährt. Aber dazu ist es unerlässlich, langfristige Konzepte für Schutzgebiete zu entwickeln und Subventionen für jegliche industrielle Nutzung der verbliebenen Urwälder auszusetzen. Für die Industrieländer als Hauptabnehmer von Urwaldholz bedeutet dies, dass sie ihren Holz – und Papierverbrauch drastisch reduzieren und Holz aus ökologischer Waldnutzung zu fordern müssten. Im Gegensatz zur industriellen Forstbewirtschaftung setzt das Prinzip der ökologischen Waldnutzung auf die natürliche Vielfalt und Entwicklung des Waldes. Um den naturbelassenen Wald möglichst zu schonen und seinen Bewohnern wieder ausreichenden Lebensraum zu bieten, werden lediglich reife Bäume oder kleine Baumgruppen gefällt, bodenschonende Maschinen transportieren das Holz anschließend in das nächstgelegene Sägewerk.

Urwaldschutz ist Klimaschutz

Wälder machen den Planeten Erde zu dem, was er ist: ein einzigartiger Lebensraum für Mensch, Tier und Pflanze. Durch die Zerstörung der noch verbliebenen Urwälder wird nicht nur die Heimat unzähliger Arten gefährdet, sondern auch klimaschädliches Kohlendioxid emittiert. Alleine die Waldvernichtung trägt zu etwa 25 Prozent zu dem anthropogenen Treibhauseffekt bei.

Auch die folgenden Generationen brauchen saubere Luft zum Atmen und möchten sich an dem unglaublichen Artenreichtum, welchen die Wälder der Erde beheimaten, erfreuen können, denn „Wir haben die Erde nicht von unseren Eltern geerbt, sondern von unseren Kindern geliehen.“ (Indianisches Sprichwort)

Infokasten:

Recyclingpapier schützt die Urwälder

Wer Papier spart und stattdessen Recyclingpapier verwendet, kann seinen ganz persönlichen Teil zum Schutz der Urwälder beitragen. Eine Tonne Recyclingpapier spart bereits 1,8 Tonnen Holz gegenüber Frischfaserpapier und hat zudem eine weitaus bessere Ökobilanz: der Energieverbrauch ist weniger als ein Drittel und der Wasserverbrauch nur ein Sechstel der Produktion aus Frischfasern. Erkennungszeichen für umweltfreundliches Hygiene- und Schreibpapier ist der Blaue Engel. Es ist das in Deutschland bekannteste Umweltzeichen und garantiert dem Verbraucher eine ökologische Altpapierherstellung. Bei dem Naturlandzeichen und dem FSC-Siegel (Forest Stewardship Council) handelt es sich um Holz und Papier aus ökologisch bewirtschafteten Wäldern.

Fotoquelle:

© Katja Neubauer / PIXELIO

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