Sandy trifft auf amerikanische Atomkraftwerke

Die Atomkraft gilt in vielen Staaten noch immer als saubere und sichere Methode der Energiegewinnung. Seit dem Unglück von Fukushima im vergangenen Jahr ist diese Meinung deutlich wenig verbreitet als noch vor einigen Jahren, Ausnahmen bestätigen jedoch die Regel. So kam von Seiten der USA ziemlich schnell nach Fukushima die Aussage, man wolle im Gegensatz zu anderen Staaten, wie Deutschland, an der Atomkraft festhalten. Dass auch die USA oftmals von Naturkatastrophen bedroht werden, wurde in jenem Moment nicht angesprochen.

Kommt nun die Quittung für diesen Leichtsinn? In den vergangenen Tagen wurde an der amerikanischen Ostküste der Notstand ausgerufen, weil Hurricane Sandy, ein enormes Sturmtief, sich ankündigte. Inzwischen haben die hohen Flutwellen und der Orkan New York und New Jersey erreicht und damit auch den Küstenabschnitt der USA, an dem die meisten Atomkraftwerke stehen.

Die älteste Anlage des Landes, das Kraftwerk Oyster Creek in New Jersey, musste mittlerweile wegen Hochwassers mittleren Alarm ausrufen. Das Wasser erreichte am Montagabend eine gefährliche Höhe, so dass die zweitniedrigste von vier Alarmstufen ausgerufen wurde. Das Kraftwerk an sich war zuvor schon für Wartungsarbeiten abgeschaltet worden. Nun drohen jedoch die Wasserpumpen des Kraftwerks zu streiken, sollten die Fluten noch weiter ansteigen.

Nach Angaben des Betreibers ist das Kraftwerk jedoch wasserdicht und vor Hurrikanen ausreichend geschützt. Ob man den Aussagen glauben darf, bezweifeln jedoch viele. Man denkt an das Szenario von Fukushima zurück, bei dem der Kraftwerksbetreiber ebenfalls die gefährliche Lage herunterspielte, um keine Panik auszulösen. Möglicherweise stimmen die Angaben jedoch auch und Sandy wird den Atomkraftwerken des Landes nichts anhaben können. Der Sturm zeigt aber wieder einmal nur zu deutlich, dass Naturgewalten jeglicher Art stets eine Bedrohung für Atomreaktoren darstellen können und somit nicht zu unterschätzen sind.

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