Umweltkatastrophe im Golf von Mexiko – schlimmste Ölpest in der US-Geschichte

Die Ölpest im Golf von Mexiko entwickelt sich zu einer der schlimmsten Umweltkatastrophen in der US-Geschichte. Seitdem die Ölplattform „Deepwater Horizon“ im Golf von Mexiko nach einer Explosion gesunken ist, strömen täglich mehrere hunderttausend Liter Öl ins Meer. Schätzungen gehen von 68 Millionen bis 151 Millionen Liter Öl aus, die bisher ins Meer gelangen konnten. Der Ölkonzern BP – Betreiber der Ölplattform – schätzt die durch die Katastrophe entstanden Schäden bislang auf 930 Millionen Dollar.

Nachdem alle Versuche das offene Bohrloch zu schließen bislang fehlgeschlagen waren, scheiterte jetzt auch die sogenannte Top-Kill Methode. Ziel war es das Loch mit Gummiresten, Faserabfällen und Spezialschlamm abzudichten. Die Erfolgschancen der Methode wurden zuvor von BP-Chef Tony Hayward auf 60 bis 70 Prozent geschätzt. Die Zuversicht scheint unterdessen auch bei BP langsam zu schwinden, so sagte BP-Manager Doug Suttles: „Es verängstigt uns alle, dass wir es nicht schaffen, die Quelle zu schließen“. Für nächste Woche ist ein weiterer Versuch, das Öl abzuleiten angesetzt, der Erfolg ist jedoch sehr zweifelhaft. Dabei sollen Roboter die kaputten Ölleitungen an dem Bohrloch entfernen, damit danach eine Kuppel über dem Bohrloch platziert werden kann. Durch diese soll das Öl dann an die Oberfläche transportiert werden können. Ein ähnlicher Versuch, allerdings mit einer wesentlich größeren Kuppel, schlug bereits in der Vergangenheit fehl. Es wird angenommen, dass noch bis August täglich große Mengen Öl ins Meer fließen werden.

Dabei hätte das Unglück wahrscheinlich verhindert werden können. Bereits im Juni 2009 soll es interne Warnungen von BP-Ingenieuren gegeben haben, über die sich der Konzern jedoch hinweggesetzt hatte. Dies stellt einen klaren Bruch der eigenen Sicherheitsbestimmungen dar.

Unterdessen gerät auch US-Präsident Obama immer mehr unter Druck. Dieser hatte sich noch wenige Wochen vor dem Unglück schützend vor die Ölindustrie und deren Bohrungen gestellt. Nun gibt er zu: „Ich habe mich geirrt“. Bereits jetzt sind rund 270 Kilometer Küste verseucht. Zahlreiche Vögel, Schildkröten und Meeressäuger sind dem Öl bereits zum Opfer gefallen, viele Fischer bangen nun um ihre Existenz. Obama bezeichnete die Katastrophe jetzt als „Angriff auf die Menschen an der Golfküste“ und verdreifachte die Hilfskräfte in der Krisenregion.

Quellen:
http://www.stern.de/wissen/natur/oelpest-im-golf-von-mexiko-auch-bp-macht-die-katastrophe-jetzt-angst-1570261.html

http://www.sueddeutsche.de/wissen/oelpest-am-golf-von-mexiko-bp-scheitert-mit-aktion-top-kill-1.951760

http://www.spiegel.de/wissenschaft/natur/0,1518,697546,00.html

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